Trotzdem „Ja“ zum Leben sagen!

Typisch „wienerisch“! Wien ist nicht nur die Stadt der Musik und der Kaffeehäuser, sondern auch der Geburtsort einer der hoffnungsvollsten Strömungen der Psychotherapie, der Logotherapie und Existenzanalyse. Wenn ich als Therapeut in dieser Stadt arbeite, spüre ich oft die Verantwortung und das Privileg, in der Tradition Viktor Frankls zu stehen und Menschen dabei zu begleiten, trotzdem Ja zum Leben sagen zu können. Heute aktueller denn je Sein berühmter Satz „Trotzdem Ja zum Leben sagen“ ist weit mehr als ein Buchtitel. Er ist eine Haltung, die in den dunkelsten Stunden des 20. Jahrhunderts gereift ist und die uns heute, in einer Zeit der globalen Unsicherheiten und persönlichen Überforderungen, einen festen Boden unter den Füßen geben kann. Es ist die Einladung, das Leben nicht nur dann zu bejahen, wenn die Sonne scheint, sondern gerade dann, wenn es Fragen an uns stellt, die schwer zu beantworten sind. Eine Antwort geben Viktor Frankl hat uns in der Logotherapie eine revolutionäre Umkehrung der Perspektive gelehrt, die das Fundament meiner Arbeit in der Praxis bildet. Wir Menschen neigen dazu, vom Leben zu fordern. Wir wollen Glück, wir wollen Gesundheit, wir wollen Erfolg. Frankl drehte den Spieß um. Nicht wir sind es, die das Leben befragen dürfen, sondern das Leben ist es, das uns täglich und stündlich befragt. Die Fragen des Lebens Unsere Aufgabe ist es, zu antworten, aber nicht mit Worten, sondern mit unserem Handeln und unserer Haltung. Diese Sichtweise verleiht uns eine enorme Würde. Wir sind nicht mehr Opfer der Umstände, sondern Gestalter unserer Antwort. Selbst wenn das Schicksal uns Wege versperrt, bleibt uns immer noch die Wahl, wie wir diesen Weg gehen wollen. Trotzdem „Ja“ sagen Man könnte meinen, eine Philosophie, die vor so vielen Jahrzehnten entstand, passe nicht mehr in unsere digitalisierte, schnelle Welt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Wir erleben heute oft ein Phänomen, das Frankl als „existentielles Vakuum“ bezeichnete: Wir haben von allem genug, wovon wir leben können, aber wir wissen oft nicht mehr, wofür wir leben. Der materielle Wohlstand und die unendlichen Möglichkeiten der Selbstoptimierung hinterlassen oft eine innere Leere. Heute so aktuell Die Logotherapie ist hier das Gegenmittel. Er erinnert uns daran, dass der Mensch nicht primär auf Lustgewinn oder Macht aus ist, sondern zutiefst auf Sinn ausgerichtet ist. In einer Zeit, in der viele Orientierung suchen, wirkt der Gedanke, dass jede Situation einen verborgenen Sinn in sich trägt, wie ein Leuchtturm. Trotzmacht ganz praktisch Dieses „Ja zum Leben“ ist kein naiver Optimismus, der das Leid ausblendet. Frankl wusste als Überlebender des Holocaust nur zu gut um die Abgründe des Menschseins. Seine Lehre ist deshalb so tröstlich, weil sie realistisch ist. Sie verlangt uns nicht ab, immer zu lächeln. Sie ermutigt uns vielmehr, unsere „Trotzmacht des Geistes“ zu entdecken. Das bedeutet, sich von Ängsten, Depressionen oder Schicksalsschlägen nicht das letzte Wort sprechen zu lassen. In unseren Gesprächen geht es mir darum, genau diesen unversehrten Kern in Ihnen zu stärken. Wir suchen gemeinsam nach dem „Trotzdem“ in Ihrem Leben. Nach dem Funken, der Sie weitermachen lässt, nach den Werten, die Ihnen heilig sind, und nach der Freiheit, die Ihnen niemand nehmen kann. Dieses Wiener Erbe weiterzutragen und für Ihr ganz persönliches Leben fruchtbar zu machen, ist das Herzstück meiner Arbeit.

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Freiheit, Entscheiden, Sinn

Der Anker im Sturm?

Unsere Werte sind überlebenswichtig! Wenn wir uns in einer tiefen Krise oder einer depressiven Phase befinden, gleicht das Leben oft einer Fahrt auf stürmischer See bei dichtem Nebel. Unsere Werte und Orientierung gehen verloren, und das, was uns früher Freude bereitet hat, verschwindet hinter einem grauen Schleier der Gleichgültigkeit. In solchen Zeiten verlieren wir oft den Kontakt zu unseren Gefühlen. Doch gerade wenn die emotionale „Wetterlage“ rau und unübersichtlich ist, brauchen wir etwas, das uns Halt gibt. Unsere Werte in der Krise verhindern, dass wir abgetrieben werden. Gerade in der Krise In der Existenzanalyse und Logotherapie bezeichnen wir diese Haltepunkte als Werte. Sie sind keine starren moralischen Regeln, sondern die ganz persönlichen Leuchttürme, die uns zeigen, was uns im Innersten wirklich wichtig ist, auch dann, wenn wir es gerade nicht fühlen können. Werte bleiben bestehen Ein tückisches Merkmal der Depression ist, dass sie uns vorgaukelt, nichts sei mehr von Bedeutung. Die Dinge, für die wir früher gebrannt haben, sei es die Natur, die Musik, die Familie oder der Beruf, scheinen ihren Reiz verloren zu haben. Doch hier liegt ein entscheidendes Missverständnis, das wir in der Therapie gemeinsam aufklären. Ein Wert verschwindet nicht, nur weil die Fähigkeit, ihn emotional zu genießen, vorübergehend blockiert ist. Auch wenn das Gefühl schweigt Die Liebe zu einem Menschen oder die Bedeutung einer Aufgabe bleibt wahr, auch wenn sie im Moment nicht spürbar ist. Es ist wie bei der Sonne hinter den Wolken. Wir sehen sie nicht, wir spüren ihre Wärme nicht, aber wir wissen, dass sie da ist. An diesem Wissen können wir uns festhalten. Bewusstes Handeln Wozu ist dieses Wissen gut, wenn man sich doch so leer fühlt? Es dient uns als Kompass für unser Handeln. Wenn wir uns nur nach unserer momentanen Befindlichkeit richten würden, blieben wir im Bett liegen, weil die Antriebskraft fehlt. Richten wir uns jedoch nach unseren Werten, können wir die „Trotzmacht des Geistes“ aktivieren. Wir tun etwas nicht, weil es uns gerade Spaß macht, sondern weil es uns wertvoll ist. Die Brücke zum Sinn Wir gehen vielleicht spazieren, nicht aus Lust, sondern weil uns die Gesundheit oder die Natur wichtig ist. Wir rufen einen Freund an, nicht aus Geselligkeit, sondern weil uns die Freundschaft heilig ist. Diese wertorientierten Handlungen sind der Anker, der uns in der Realität hält. Sie bewahren uns davor, ganz im Strudel der dunklen Gedanken zu versinken. Die kleinen Anker im Alltag In meiner Praxis geht es mir nicht darum, dass Sie in der Krise sofort große Heldentaten vollbringen. Wertearbeit ist oft Arbeit im Kleinen. Gemeinsam suchen wir nach den noch so unscheinbaren Dingen, die für Sie persönlich eine Bedeutung haben. Das kann die Pflege einer Pflanze sein, die Sorge für ein Haustier oder das bewusste Trinken einer Tasse Tee. Indem wir uns diesen Werten wieder zuwenden, oft erst rein kognitiv und durch Handeln, später dann wieder fühlend, bauen wir eine Brücke zurück ins Leben. Wer ein „Wozu“ hat, für das er einsteht, kann fast jedes „Wie“ ertragen. Ihre Werte sind der feste Boden, auf den Sie Ihre Füße stellen können, bis der Nebel sich lichtet und die Gefühle langsam zurückkehren.

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Krise, Depression, Sinn

 Die innere Leere füllen – oder einfach „Leben“?

Mehr als nur Funktionieren! Kennen Sie das Gefühl, dass Ihr Alltag wie ein gut geöltes Uhrwerk abläuft? Sie stehen auf, erledigen Ihre Pflichten, sind im Job verlässlich und kümmern sich um Ihre Familie. Von außen betrachtet scheint alles perfekt, doch wenn es abends ruhig wird, spüren Sie eine seltsame Hohlheit, eine innere Leere. Die innere Leere mit Sinn füllen Es ist, als ob man ein Drehbuch abspielt, das man nicht selbst geschrieben hat. In der Logotherapie nennen wir diesen Zustand das „existenzielle Vakuum“. Es ist der schmerzhafte Unterschied zwischen dem bloßen Funktionieren, dem reibungslosen Abarbeiten von Notwendigkeiten und dem wirklichen Leben, das uns innerlich berührt und erfüllt. Die Sehnsucht nach dem „Wofür“ Wir leben in einer Zeit, die uns technisch und materiell viele Möglichkeiten bietet, uns aber oft die Antwort auf die wichtigste Frage schuldig bleibt. Wofür tue ich das alles? Wenn wir nur funktionieren, reagieren wir lediglich auf den Druck und die Erwartungen von außen. Wir werden „getrieben“. Echtes Leben beginnt jedoch dort, wo wir wieder spüren, dass unser Handeln auf einen Wert ausgerichtet ist. Die innere Leere, die viele Menschen als dumpfen Druck oder Unruhe wahrnehmen, ist dabei kein Zeichen von Krankheit, sondern ein gesundes Aufbegehren des Geistes. Es ist der Ruf nach Sinn, der gehört werden möchte. Wir versuchen oft, diese Leere mit Konsum, Unterhaltung oder noch mehr Arbeit zu füllen, doch der Hunger nach Sinn lässt sich damit nicht stillen. Der Wandel der Blickrichtung Um vom Funktionieren zurück ins Leben zu finden, braucht es oft nur eine kleine, aber entscheidende Änderung der Blickrichtung. In meiner Praxis lade ich Sie ein, die Frage umzudrehen. Statt zu fragen „Was habe ich vom Leben zu erwarten?“, dürfen wir uns fragen „Was erwartet das Leben heute von mir?“ Das muss nichts Großes oder Weltbewegendes sein. Oft liegt der Sinn im Kleinen verborgen, beispielsweise in einem aufmerksamen Gespräch, in der Fürsorge für eine Pflanze, im Genuss eines Augenblicks oder im tapferen Ertragen einer schwierigen Situation. Wenn wir uns fragen „Wofür lohnt es sich heute aufzustehen?“, aktivieren wir unsere innerste Motivation. Wir beginnen wieder zu agieren, statt nur zu reagieren. Den eigenen Rhythmus wiederfinden Der Weg aus dem bloßen Funktionieren ist ein Prozess der Wiederentdeckung. Wir legen gemeinsam die Verschüttungen frei, die den Zugang zu Ihrem gesunden Kern blockieren. Es geht darum, wieder hellhörig zu werden für das, was Sie als stimmig und wertvoll empfinden. In einer Atmosphäre der Ruhe und Wertschätzung schauen wir uns an, wo Sie sich selbst abhandengekommen sind und wo Sie wieder „Ja“ zu Ihrem eigenen Leben sagen können. Unser Ziel ist nicht, dass Sie noch besser funktionieren, sondern dass Sie wieder Spuren hinterlassen, die für Sie Bedeutung haben. Denn ein Leben, das als sinnvoll empfunden wird, kennt keine Leere. Es ist voll von Aufgaben, die nur darauf warten, von Ihnen ergriffen zu werden.

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Sinn, Entscheiden, Erschöpfung, Freiheit
Klimanangst und Exo Anxiety

Sinn finden, wenn die Welt erdrückend wirkt?

Die Last der Welt tragen? Es gibt Momente, in denen sich die täglichen Nachrichten weniger wie reine Informationen und mehr wie ein schweres Gewicht auf unseren Schultern anfühlen. Waldbrände, Überschwemmungen, Hitzewellen – Klimaangst? Wenn wir uns tiefgreifende Sorgen um die Klimakrise, den Zustand unseres Planeten und die Zukunft machen, auf die wir zusteuern, sind wir damit nicht allein. Dieses bedrückende Gefühl der existenziellen Sorge, oft als „Eco-Anxiety“ oder Klimaangst bezeichnet, wird zu einer immer alltäglicheren Begleiterscheinung unserer Zeit. Für viele fühlt es sich an, als stünde man am Ufer und sähe einem herannahenden Sturm zu, ohne flüchten zu können. Klimaangst ist keine Störung… Wenn Klientinnen und Klienten mit diesem lähmenden Weltschmerz zu mir in die Praxis kommen, ist mein erster Impuls nicht, diesen Zustand zu pathologisieren. Die Angst vor einer realen, herannahenden Bedrohung ist keine Störung. Sie ist eine zutiefst menschliche, gesunde Reaktion. Sie zeigt, dass wir hinschauen, dass wir mitfühlend sind und die Verletzlichkeit unserer Umwelt erkennen. … sie ist menschlich Der Philosoph Albrecht Glenn prägte den Begriff „Solastalgie“ für den Schmerz, den wir empfinden, wenn sich die vertraute Heimatwelt um uns herum unwiderruflich verändert. Dieser Schmerz ist der Preis für unsere Verbundenheit mit der Erde. Er darf sein. Die Lähmung der Ohnmacht Problematisch wird es erst, wenn diese Angst zu einem inneren Gefängnis wird, das den Alltag diktiert und die Lebensenergie raubt. Das schiere Ausmaß der globalen Krise führt bei vielen Menschen zu einer tiefen Ohnmacht. Wenn wir das Gefühl haben, als Einzelne ohnehin nichts ausrichten zu können, reagiert unsere Psyche oft mit Erstarrung oder Zynismus. Zynismus ist jedoch meist nur enttäuschte Hoffnung und ein Schutzpanzer gegen die Verzweiflung. In der Therapie schauen wir behutsam hinter diesen Panzer. Wir geben der Angst den Raum, den es braucht, damit sie den Menschen nicht länger unbewusst steuert. Zwischen Ohnmacht… In der Existenzanalyse und Logotherapie gehen wir davon aus, dass uns selbst angesichts von Umständen, die wir nicht im Alleingang kontrollieren können, immer ein Raum der inneren Freiheit bleibt. Wir nennen das die „Trotzmacht des Geistes“. … und innerer Freiheit Dennoch, wir können die globale Klimakrise nicht in einer psychotherapeutischen Sitzung lösen, aber wir können grundlegend verändern, wie wir uns zu ihr verhalten. Wir lernen also zu unterscheiden in was die unabänderlichen Fakten der Makro-Welt sind, und wo unser ganz persönlicher, mikrokosmischer Gestaltungsspielraum liegt. Perfektionismus loslassen Ein großer Teil der Eco-Anxiety speist sich aus dem Druck, das Problem perfekt lösen zu müssen. Wer versucht, zu 100 Prozent klimaneutral zu leben, scheitert zwangsläufig an den systemischen Realitäten unserer Gesellschaft und bleibt frustriert zurück. Deshalb geht es nicht darum, im Alleingang die Welt zu retten. Es geht darum, das persönliche „Trotzdem-Ja zum Leben“ zu finden. Sinn im Kleinen finden Das bedeutet, kleine, wertebasierte Entscheidungen zu treffen, die persönlichen Sinn stiften, ohne sich von den Dingen, die außerhalb unserer Kontrolle liegen, aufzehren zu lassen. Wir erforschen, wie unsere Gefühle der Hilflosigkeit in sinnvolles, machbares Handeln verwandeln können. Trauer zulassen Ein wesentlicher Schritt auf diesem Weg ist auch die Akzeptanz von Trauer. Es ist in Ordnung, um Tierarten, Landschaften oder eine unbeschwertere Vorstellung der Zukunft zu trauern. Wenn wir diese Trauer nicht länger wegdrücken, kann paradoxerweise eine neue, tiefere Verbundenheit zur Natur entstehen. Neue Verbundenheit spüren Anstatt in die ständige Zukunftsangst abzudriften, üben wir, uns wieder im Hier und Jetzt zu verankern, etwa bei einem Spaziergang im Wald, wo wir nicht an die Rodung denken, sondern die Kraft des Baumes im jetzigen Moment spüren. Der erste Schritt in die Zukunft Wir sollten unsere mentale Gesundheit schützen, ohne die Augen vor der Realität zu verschließen. So wird es wieder möglich, ein Leben im Einklang mit unseren Werten zu führen, selbst wenn draußen der Sturm tobt. Es kann herausfordernd sein, mit dieser existenziellen Angst umzugehen. Gerne begleite ich Sie auf einem Stück dieses Weges.  

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Sinn, Angst

Wie macht man weiter, wenn nichts mehr so ist wie früher?

Das Leben zerbricht? Es gibt Ereignisse, die das Leben in ein „Davor“ und ein „Danach“ teilen. Ein plötzlicher Verlust, eine schwere Diagnose oder ein Unfall können unser gewohntes Dasein von einer Sekunde auf die andere aus den Angeln heben. In solchen Momenten fühlen wir uns oft nicht nur traurig, sondern ohnmächtig. Der Boden unter den Füßen scheint wegzubrechen, und die Pläne, die wir für die Zukunft geschmiedet hatten, lösen sich in Luft auf. In meiner Praxis begegne ich Menschen, die vor den Trümmern ihrer bisherigen Existenz stehen und sich fragen „Wie soll es jetzt überhaupt noch weitergehen?“. Die Logotherapie bietet hier keine billigen Trostpflaster an, sondern einen Weg, der tiefen Respekt vor Ihrem Leid hat und zugleich an Ihre unzerstörbare Würde glaubt. Eine verschlossene Tür In der Logotherapie sprechen wir in diesem Zusammengang oft vom „tragischen Optimismus“. Damit meinen wir nicht, alles durch eine rosarote Brille zu sehen, sondern dem Leid ins Auge zu blicken und dennoch Ja zum Leben zu sagen. Manche Schicksalsschläge sind unabänderlich. Wir können sie nicht ungeschehen machen, so sehr wir es uns auch wünschen. Das anzuerkennen, ist oft der schmerzhafteste erste Schritt. Es ist völlig in Ordnung und sogar notwendig, zu trauern, zu wüten und zu verzweifeln. In der Therapie geben wir diesen Gefühlen Raum, denn sie sind die angemessene Reaktion auf den Verlust von etwas Wertvollem. Wir müssen nicht sofort stark sein. Wir dürfen erst einmal verletzt sein. Die letzte menschliche Freiheit Doch selbst wenn wir an den äußeren Umständen nichts mehr ändern können, bleibt uns in der Logotherapie immer eine letzte Freiheit erhalten. Die Freiheit, unsere Einstellung zu diesen Umständen zu wählen. Wenn das Handeln im Außen nicht mehr möglich ist, beginnt die Zeit der sogenannten „Einstellungswerte“. Das bedeutet, es liegt an Ihnen, wie Sie Ihr schweres Schicksal tragen. Werden Sie daran verbittern und verzweifeln, oder gelingt es Ihnen, selbst im Leid eine Haltung der Würde zu bewahren? Das ist eine enorme Herausforderung, aber genau hierin liegt oft die größte menschliche Leistung. Ein Mensch, der sein Leid tapfer und aufrecht trägt, verwirklicht einen Sinn, den ihm niemand nehmen kann. Ein neues Fundament bauen Wenn die alten Säulen des Lebens eingestürzt sind, müssen wir behutsam beginnen, ein neues Fundament zu errichten. Das bedeutet nicht, das Vergangene zu vergessen oder das Schmerzhafte schönzureden. Es bedeutet, inmitten der Trümmer nach neuen Möglichkeiten zu suchen. Vielleicht reift in der Auseinandersetzung mit der Endlichkeit eine neue Tiefe in den Beziehungen zu anderen Menschen. Vielleicht entdecken Sie eine Sensibilität oder eine Dankbarkeit für kleine Dinge, die früher selbstverständlich waren. In der gemeinsamen Arbeit begleite ich Sie dabei, diese zarten Pflänzchen des Neuen zu entdecken. Wir schauen nicht nur auf das, was verloren ging, sondern auch auf das, was noch möglich ist. Wir suchen nach dem Licht, das gerade durch die Risse in unser Leben fällt.

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Krise, Schicksal, Sinn

Das Leben stellt Fragen?

Die lebendige Mitte (er)leben! Es gibt Zeiten im Leben, in denen das bisherige Selbstverständnis Risse bekommt. Ist das schon eine Sinnkrise? Für die einen geschieht dies Mitte zwanzig, wenn nach Ausbildung oder Studium der „Ernst des Lebens“ beginnt und plötzlich die beklemmende Frage im Raum steht: „War das schon alles? Ist das wirklich mein Weg?“ Wir nennen dies die Quarter-Life-Crisis. Für andere kommt dieser Moment in der Lebensmitte, wenn das Haus gebaut und die Karriere gemacht ist, sich aber statt Zufriedenheit eine unerklärliche Leere einstellt – die klassische Mid-Life-Crisis. In meiner Praxis erlebe ich oft, dass diese Phasen als bloßes Scheitern oder als depressive Verstimmung missverstanden werden. Aus logotherapeutischer Sicht sind diese Erschütterungen jedoch etwas ganz anderes. Sie sind ein dringender Ruf des Lebens nach Veränderung und eine Einladung zu einer ehrlichen Bestandsaufnahme. Eine existenzielle Inventur Ich verwende gerne den Begriff der „Inventur“. Wie in einem Geschäft, das einmal im Jahr schließt, um die Bestände zu prüfen, zwingt uns eine solche Krise dazu, den Betrieb unseres Alltags kurz anzuhalten. Wir müssen in die Regale unseres Lebens schauen und uns Fragen stellen. Was liegt hier eigentlich noch herum? Sind die Ziele, die ich mit 20 hatte, heute noch gültig? Lebe ich nach meinen eigenen Werten oder erfülle ich nur noch die Erwartungen, die Eltern oder die Gesellschaft in mich gesetzt haben? Diese Inventur kann schmerzhaft sein, weil wir vielleicht erkennen, dass wir manche „Ladenhüter“ schon viel zu lange mit uns herumtragen. Doch sie ist notwendig, um Platz für das zu schaffen, was wirklich zu Ihrem heutigen Ich passt. Der Schmerz als Wachstumsmotor Die Logotherapie sieht in solchen Krisen keine Krankheit, sondern oft den Beweis für die geistige Lebendigkeit eines Menschen. Wer leidet, weil er den Sinn vermisst, ist nicht krank, sondern anspruchsvoll seinem eigenen Dasein gegenüber. Der Schmerz der Krise ist oft der „Wille zum Sinn“, der aufgewacht ist und rebelliert, weil er im aktuellen Lebensentwurf zu kurz kommt. Wenn Sie sich also in einer Quarter-Life- oder Mid-Life-Crisis befinden, ist das ein Zeichen dafür, dass Ihr gesunder Kern nach mehr Echtheit verlangt. Es ist der Versuch Ihrer Seele, aus einem bloßen Funktionieren auszubrechen und wieder in ein echtes Erleben und Gestalten zu kommen. Sortieren, was bleiben darf In unserer gemeinsamen Arbeit geht es nicht darum, Ihr gesamtes bisheriges Leben über Bord zu werfen. Eine Inventur bedeutet auch, das Wertvolle zu erkennen und zu bewahren. Wir schauen uns gemeinsam an, welche Ressourcen und Stärken Sie bereits haben und wie wir diese neu ausrichten können. Wir trennen das, was Sie nur aus Pflichtgefühl tun, von dem, was Sie mit innerer Zustimmung erfüllen können. Dieser Prozess schafft Klarheit. Er verwandelt die diffuse Unzufriedenheit in konkrete Handlungsoptionen. Am Ende dieser Inventur steht oft ein Leben, das sich vielleicht äußerlich gar nicht so stark verändert hat, sich aber innerlich wieder „richtig“ und stimmig anfühlt, weil es wieder Ihr eigenes ist.

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Sinn, Entscheiden, Krise

Depression als ungebetener Gast?

An der Tür stehen­lassen! Es gibt Besucher im Leben, die man nie eingeladen hat und die dennoch plötzlich vor der Tür stehen. Die Depression ist wohl einer der eindringlichsten und schwersten dieser Gäste. Sie bringt eine bleierne Schwere mit sich, verdunkelt den Blick auf die Welt und nistet sich oft so dominant in unserem Alltag ein, dass wir glauben, wir bestünden nur noch aus Traurigkeit und Erschöpfung. Die Depression haben – nicht sein! In meiner therapeutischen Arbeit begegne ich vielen Menschen, die sagen: „Ich bin depressiv.“ Doch genau hier, in diesem kleinen Wort „bin“, liegt ein entscheidender Ansatzpunkt der Logotherapie. Ein hilfreicher Umgang mit Depression beginnt oft mit einer kleinen Erkenntnis: Sie sind nicht die Krankheit. Ich möchte Sie einladen, diesen Satz behutsam umzuformulieren. Sie sind nicht die Depression. Sie haben eine Depression. Das ist ein gewaltiger Unterschied! Sie sind mehr als Ihre Krankheit Wenn die Dunkelheit übermächtig scheint, verschwimmt oft die Grenze zwischen unserer Persönlichkeit und der Erkrankung. Wir fühlen uns identisch mit dem Leid. Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie, hat jedoch stets betont, dass der Mensch nicht mit seinen psychischen oder körperlichen Zuständen gleichzusetzen ist. Stellen Sie sich die Depression wie einen schweren, nassen Mantel vor, den man Ihnen umgelegt hat. Dieser Mantel drückt, er engt ein und er macht jede Bewegung mühsam. Aber unter diesem Mantel sind Sie immer noch Sie selbst. Ihre Werte, Ihre Geschichte, Ihr Humor und Ihre Liebesfähigkeit sind nicht verschwunden; sie sind momentan nur verdeckt. Seien sie „trotzig“ Das ist die tröstliche und zugleich kraftvolle Botschaft der Existenzanalyse: Ihr geistiger Kern, das eigentliche Wesen Ihrer Person, kann nicht krank werden. Er bleibt auch in der tiefsten Krise intakt. Wir nennen dies die „Trotzmacht des Geistes“. Selbst wenn die Gefühle und der Körper streiken, gibt es eine Instanz in Ihnen, die zu alldem Stellung nehmen kann. Diese Instanz ist fähig, den ungebetenen Gast zwar wahrzunehmen, ihm aber nicht das ganze Haus zu überlassen. Es geht nicht darum, die Depression gewaltsam vor die Tür zu setzen. Das kostet oft Kraft, die man gerade nicht hat. Es geht vielmehr darum, ihr einen festen Platz zuzuweisen, damit sie nicht das Wohnzimmer Ihres Lebens besetzt. Dem „Gast“ Grenzen setzen In unserer gemeinsamen Arbeit in der Praxis Theranaut üben wir diese Kunst der „Selbstdistanzierung“. Wir lernen, den ungebetenen Gast an der Garderobe stehenzulassen, anstatt ihn bitten, den Tisch zu decken. Das bedeutet konkret, dass wir die Schwere anerkennen, die heute da ist. Aber wir entscheiden uns vielleicht dennoch für einen kleinen Spaziergang oder ein kurzes Gespräch mit einem Freund. Nicht, weil wir uns danach fühlen, sondern weil es uns wichtig ist. Indem wir handeln, obwohl der Gast da ist, entziehen wir der Depression Schritt für Schritt die Macht. Wir stärken das Gesunde in Ihnen, bis der Raum für das Eigene wieder größer wird als der Raum, den die Krankheit einnimmt. Ein Raum für Begegnung Es erfordert Mut und Geduld, sich nicht mit der eigenen Dunkelheit zu identifizieren. Doch Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen. Als Therapeut begleite ich Sie dabei, diese feine Unterscheidung im Alltag immer wieder zu treffen. Wir suchen gemeinsam nach den Momenten, in denen der „Mantel“ der Depression vielleicht ein kleines bisschen lockerer sitzt, und nutzen diese Augenblicke, um das Leben wieder hereinzulassen. Sie bleiben der Hausherr in Ihrem Leben, auch wenn gerade ein schwieriger Gast anwesend ist.

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Depression, Entscheiden, Sinn

Wir sind keine Maschinen!

Therapie als Reparatur der Seele? Es ist ein ganz natürlicher Impuls: Wenn etwas schmerzt, wollen wir, dass es aufhört. Wenn unser Auto seltsame Geräusche macht, bringen wir es in die Werkstatt, der Mechaniker tauscht ein Teil aus, und der Wagen läuft wieder. Mit einer ähnlichen Hoffnung betreten viele Menschen erstmals eine psychotherapeutische Praxis. Der Wunsch ist verständlich: „Bitte machen Sie, dass diese Angst verschwindet“ oder „Reparieren Sie mich, damit ich wieder funktioniere.“ Symptome sind Signale… Doch leider lässt sich die menschliche Seele nicht wie ein Motor reparieren. Wir sind keine Maschinen, bei denen man defekte Teile einfach austauscht. Der Versuch, Symptome wie Traurigkeit, Erschöpfung oder Panik einfach nur „wegzumachen“, greift oft zu kurz. … aber kein „kaputt“-sein Denn diese Symptome sind selten bloße Fehlfunktionen. Meist sind es wichtige Signale. Sie weisen uns darauf hin, dass in unserem Leben etwas nicht mehr stimmig ist, dass wir Werte vernachlässigt haben oder dass eine Grenze zu lange überschritten wurde. Gesundes wiederentdecken Deshalb verstehe ich meine Aufgabe nicht als die eines Mechanikers, sondern eher als die eines Wegbegleiters. Ich kann und werde meine Patientinnen und Patienten nicht „heilen“ in dem Sinne, dass ich etwas an ihnen korrigiere, während sie passiv warten. Echte Veränderung geschieht immer dann, wenn wir gemeinsam verstehen, wozu das Symptom da ist und was es uns sagen will. Dieser Perspektivwechsel ist für viele zunächst ungewohnt, aber er ist unglaublich befreiend. Er bedeutet nämlich, dass meine Patientinnen und Patienten nicht „kaputt“ sind. In der Existenzanalyse gehen wir davon aus, dass der gesunde Kern der Person – das, was uns im Tiefsten ausmacht – immer intakt bleibt, auch wenn er momentan von Leid überlagert ist. Unsere Arbeit besteht deshalb darin, diesen gesunden Kern wieder freizulegen. Aktiv gestalten… Statt einer schnellen Reparatur gestalten wir gemeinsam ein Prozess der Entdeckung. Wir schauen uns an, über welche Ressourcen wir als Menschen verfügen und wie wir wieder Zugang zur eigenen Kraft finden. Das erfordert jedenfalls immer viel aktive Mitarbeit. Therapie ist keine Behandlung, die man über sich ergehen lässt, sondern eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben. … statt passiv erdulden Das Ziel ist dabei nicht das bloße Wiederherstellen des alten Zustands oder des „Funktionierens“, sondern oft ein Neubeginn. Wer sich vom Gedanken des Repariert-Werdens löst, gewinnt die Freiheit, sein Leben nicht nur wieder zu ertragen, sondern es neu und authentisch zu gestalten.

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Therapiebeginn, Erwartungen, Sinn

Die Begegnung auf Augenhöhe!

Ein Fundament legen! Der Schritt, sich professionelle Unterstützung zu suchen, erfordert oft Überwindung. Wenn wir uns körperlich oder seelisch nicht im Gleichgewicht fühlen, ist das eigene Selbstverständnis häufig erschüttert. Man betritt eine Praxis oft mit der unbewussten Erwartung, Verantwortung abzugeben und „behandelt“ zu werden. Veränderung ist möglich In vielen Bereichen des Gesundheitssystems ist dieses Gefälle zwischen dem wissenden Experten und dem hilfesuchenden Patienten noch immer der Standard. Doch für nachhaltige Veränderung und echte Genesung braucht es eine andere Basis: eine Begegnung auf Augenhöhe. Verbindung zulassen Dieses Prinzip ist mehr als nur eine höfliche Umgangsform; es ist eine therapeutische Notwendigkeit. In unserer Zusammenarbeit betrachte ich Sie nicht als passiven Empfänger einer Leistung, sondern als aktiven Gestalter Ihres Prozesses. Die Rollenverteilung ist dabei klar und dennoch partnerschaftlich. Ich bringe meine fachliche Expertise und meine Methoden ein. Mit Fachwissen und Lebenserfahrung Sie bleiben der unangefochtene Experte für Ihr eigenes Leben, Ihre Geschichte und Ihr inneres Erleben. Niemand kennt Ihre Situation so gut wie Sie selbst. Wenn diese beiden Perspektiven gleichberechtigt zusammenkommen, entsteht ein Arbeitsbündnis, das weit tragfähiger ist als bloße Ratschläge von außen. Veränderung anstreben Eine solche Haltung wirkt oft auch als Vorbild für den inneren Dialog. Viele Menschen neigen dazu, sehr streng mit sich selbst ins Gericht zu gehen, die eigenen Bedürfnisse zu ignorieren oder sich für ihre Beschwerden zu verurteilen. Ein neuer Blick auf den inneren Dialog Die Erfahrung, in einem professionellen Rahmen respektvoll, wertfrei und ernsthaft gehört zu werden, kann ein wichtiger Impuls sein, auch mit sich selbst wieder freundlicher umzugehen. „Auf Augenhöhe“ bedeutet in diesem Sinne auch, sich selbst wieder die Wertschätzung entgegenzubringen, die man anderen ganz selbstverständlich schenkt. Autonomie leben Ein Therapie- oder Coachingprozess, der auf diesem Verständnis fußt, bietet einen geschützten Raum. Es ist ein Raum, in dem Sie nicht funktionieren müssen, sondern sein dürfen. Es geht darum, gemeinsam Zusammenhänge zu verstehen und Lösungen zu entwickeln, die wirklich zu Ihrer Lebensrealität passen. Der Schlüssel zur persönlichen Entwicklung Wer sich in seiner Autonomie respektiert fühlt, kann sich leichter öffnen und findet schneller den Zugang zu den eigenen Ressourcen, die für Heilung und Entwicklung notwendig sind.  

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Therapiebeginn, Erwartungen, Sinn

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Praxis für Psychotherapie in Wien 1010 – zentral erreichbar im ersten Bezirk

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