Das Fundament der Heilung ist Beziehung!

Beziehung ist entscheidend! Wenn wir eine Bergsteigerin oder einen Bergführer für eine anspruchsvolle Expedition auswählen, studieren wir im Vorfeld vielleicht akribisch deren Zertifikate und Ausbildungen. Doch im selben Moment, in dem wir am Seil mitten in der steilen Felswand hängen, zählt plötzlich etwas völlig anderes: Vertrauen. Wir müssen uns menschlich sicher, verstanden und gehalten fühlen. Überraschenderweise gehen viele Patientinnen und Patienten bei der Suche nach einer Psychotherapie zunächst rein rational vor. Wichtiger als jede Methode Sie wälzen komplexe Fachbegriffe, vergleichen theoretische Schulen und suchen nach der einen „perfekten Technik“, die ihre Probleme rasch und schmerzlos repariert. Der Wunsch, durch eine rein methodische Herangehensweise im Alltag schnell wieder voll zu „funktionieren“, ist zutiefst verständlich. Doch die weltweite Psychotherapieforschung zeigt seit Jahrzehnten ein eindeutiges, wissenschaftlich belegtes Bild: Es ist nicht die theoretische Schule, die primär über den Heilungserfolg entscheidet, sondern die menschliche Chemie zwischen Therapeutin oder Therapeut und der Person auf dem gegenüberliegenden Sessel. Reframing des Symptoms Wenn wir im Erstgespräch eine leise Unsicherheit spüren oder uns insgeheim fragen, ob wir uns diesem fremden Menschen wirklich ganz öffnen können, wird das oft als störende Blockade oder gar als eigenes Defizit missverstanden. Man denkt: „Ich bin einfach zu misstrauisch“ oder „Ich kann mich nicht richtig darauf einlassen“. Doch dieses Zögern oder Abwägen ist kein Symptom mangelnder Kooperationsbereitschaft. Das Bauchgefühl als präziser innerer Wegweiser In der Existenzanalyse verstehen wir Ihr Bauchgefühl als eine hochfunktionale, gesunde Resonanzfähigkeit Ihres gesamten Wesens. Es ist ein vitales Signal Ihres inneren Systems, das eigenständig prüft, ob der angebotene Raum sicher genug ist, um verletzliche Seiten schützend freizugeben. Dieses „Ausprobieren“ des Gegenübers im Erstgespräch ist kein lästiges Hindernis, sondern ein wertvoller Schutzmechanismus. Wenn die Chemie nicht sofort stimmt, ist das kein Fehler an Ihnen. Es zeigt lediglich, dass dieser spezifische Resonanzraum noch nicht der richtige für Ihre seelischen Themen ist. Die therapeutische Haltung Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Erwartung, eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut müsse wie eine Art seelischer Mechaniker mit dem passenden Werkzeugkasten (der Methode) hantieren, um ein defektes Rädchen im System wieder geradezurichten. In der Existenzanalyse arbeiten wir mit einer gänzlich anderen, zutiefst wertschätzenden Haltung: Der innerste, gesunde Kern des Menschen bleibt immer unzerstörbar und intakt, ganz gleich, wie schwer die aktuelle Krise, die Angst oder die Depression auch wiegen mag. Echte Begegnung statt Reparatur­auftrag Eine therapeutische Methode ist niemals ein Allheilmittel, das einer passiven Person übergestülpt wird. Sie ist lediglich das stützende Geländer. Die eigentliche Heilung geschieht in der echten, unverfälschten Begegnung von Mensch zu Mensch. Wir Therapeutinnen und Therapeuten sind keine allwissenden Experten, die ein starres Programm abspulen, sondern verlässliche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter auf Augenhöhe. Erst in einem von echtem Vertrauen getragenen Beziehungsraum kann sich Ihr gesunder Kern wieder frei entfalten. Aktiv gestalten Das Erstgespräch ist kein einseitiges Prüfungsverfahren, dem Sie sich als Bittsteller passiv unterziehen müssen. Im Gegenteil: Es ist Ihr persönlicher, freier Raum zum Erkunden. Sie dürfen und sollen Ihre Therapeutin oder Ihren Therapeuten ganz bewusst „ausprobieren“. Zu spüren, dass Sie die absolute Freiheit haben, „Ja“ oder „Nein“ zu dieser spezifischen menschlichen Verbindung zu sagen, ist der allererste, fundamentale Schritt zurück in Ihre eigene Selbstwirksamkeit. Der erste Schritt zur Selbstwirksamkeit Therapie bedeutet nicht, eine Behandlung über sich ergehen zu lassen, sondern eine gemeinsame Entdeckungsreise aktiv mitzugestalten. Wenn Sie im Erstgespräch ein echtes Geführtsein und ein tiefes Gefühl von Stimmigkeit erleben, legt dieses tragfähige Fundament die Basis für einen authentischen Neubeginn. Vertrauen ist kein glücklicher Zufall, sondern der bewusst gewählte Anfang eines gelingenden Wachstumsprozesses.

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Therapiebeginn, Vertrauen

Therapie als Vorsorge statt Reparatur?

Psychotherapie ist kein Pflaster für „Verrückte“! Hand aufs Herz: Wann waren Sie das letzte Mal zur professionellen Zahnreinigung oder beim Jahresservice für Ihr Auto? Vermutlich lange bevor der Zahn unerträglich schmerzt oder der Motor auf der Autobahn raucht. Im Alltag finden wir es vollkommen logisch, wertvolle Ressourcen regelmäßig zu pflegen und präventiv zu handeln, um größere Schäden von vornherein zu vermeiden. Doch geht es um unsere psychische Gesundheit, legen wir oft einen ganz anderen, fast schon archaischen Maßstab an. Bewusste Psychohygiene Der Satz „Aber ich bin doch nicht verrückt!“ fällt in der Praxis erstaunlich oft, sobald das Thema Psychotherapie im Raum steht. Es ist der tief sitzende Irglaube, man müsse erst am absoluten Abgrund stehen oder eine schwere psychiatrische Diagnose im Gepäck haben, um sich professionelle Unterstützung zu holen. Dahinter verbirgt sich der verständliche Wunsch, im Alltag einfach nur „reibungslos zu funktionieren“ und die unbegründete Angst, dass das Aufsuchen von Hilfe ein Eingeständnis des eigenen Scheiterns sei. Psychohygiene im Alltag Das hartnäckige Klischee, Therapie sei nur etwas für Menschen in einer tiefen, chronischen Erkrankung, blockiert den Zugang zu einer wertvollen Ressource. Symptome wie eine anhaltende innere Unruhe, wiederkehrende Selbstzweifel, chronischer Beziehungsstress oder ein schleichendes Gefühl von Sinnverlust sind keine Anzeichen dafür, dass Sie „verrückt“ werden. Es sind vielmehr hochfunktionale Warnsignale Ihrer Psyche. Seelische Stolpersteine sind keine Defekte Sie zeigen Ihnen, dass die aktuelle Lebensführung nicht mehr stimmig ist oder Ihre persönlichen Grenzen übertreten wurden. Anstatt Psychotherapie als mentale Feuerwehr zu verstehen, die erst gerufen wird, wenn das gesamte Lebenskonstrukt bereits in Asche liegt, sollten wir sie als das sehen, was sie im Kern ist: proaktive Psychohygiene. Es geht um vorausschauende Lebensbewältigung, nicht um das bloße Bekämpfen von Krankheiten. Der unzerstörbare Kern In der Existenzanalyse blicken wir mit einer klaren, entlastenden Haltung auf den Menschen: Der gesunde Kern in Ihnen bleibt immer intakt. Völlig unabhängig davon, wie chaotisch, belastend oder schmerzhaft Ihre aktuelle Lebensphase auch sein mag. Sie sind nicht kaputt. Wenn Sie den roten Faden in Ihrem Leben vorübergehend verlieren oder vor einer scheinbar unlösbaren Entscheidung stehen, benötigt Ihr System keine „Reparatur“. Keine Reparatur, sondern Entfaltung Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten arbeiten daher nicht wie Mechaniker, die ein mangelhaftes Objekt wieder funktionstüchtig schrauben. Wir verstehen uns als professionelle Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter auf Augenhöhe. Gemeinsam legen wir diesen gesunden, tragfähigen Kern wieder frei, der im Alltagstrubel oder unter alten Mustern verschüttet wurde. Es geht nicht darum, Sie wieder passend für die Erwartungen anderer zu machen, sondern Ihnen den Raum zu schenken, Ihre eigene Stimmigkeit wiederzufinden. Vom Funktionieren zum Gestalten Sich Unterstützung zu suchen, ist folglich kein Eingeständnis von Schwäche, sondern ein Zeichen von hoher emotionaler Intelligenz und moderner Lebenskompetenz. Es ist die bewusste Entscheidung, die eigene Lebensqualität und psychische Belastbarkeit nicht dem Zufall zu überlassen. Ihr persönlicher Vorsprung Auf dieser gemeinsamen Entdeckungsreise geht es darum, verborgene Ressourcen zu mobilisieren, die eigene Selbstwirksamkeit zu stärken und das Steuer des eigenen Lebens wieder fest in die Hand zu nehmen. Psychotherapie ist kein passives Erdulden einer Behandlung, sondern ein aktiver, zutiefst befreiender Wachstumsprozess. Sie lernen, sich selbst wieder ein verlässlicher Partner zu sein, Grenzen rechtzeitig und klar zu setzen und Ihr Leben so zu gestalten, dass es sich für Sie wieder echt, sinnvoll und lebendig anfühlt.

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Erwartungen, Freiheit, Sinn, Therapiebeginn

Männliches Schweigen eine Stärke? – Nein.

Symptome sind Warnleuchten! Das patriarchale Schweigen wird gesellschaftlich oft noch immer mit emotionaler Belastbarkeit verwechselt. Dabei ist das permanente Unterdrücken von Überlastung, Trauer oder Versagensängsten kein Zeichen von Resilienz, sondern ein enormer, kraftzehrender Kraftakt. Symptome wie chronische Erschöpfung, anhaltende Reizbarkeit, Schlafstörungen oder plötzliche Wutausbrüche sind keine technischen Defekte, die es so schnell wie möglich „wegzumachen“ gilt. Schweigen überhitzt das System Sie sind vielmehr hochfunktionale Signale der Psyche. Sie zeigen uns unmissverständlich, dass eine persönliche Grenze überschritten wurde, wichtige Werte verletzt werden oder der innere Tank schlichtweg leer ist. Wer diese Wegweiser durch eiserne Disziplin stummschaltet, löst das Problem nicht – er erhöht lediglich den Druck im Kessel, bis das System kollabiert. Das Gesunde Innere In der Existenzanalyse gehen wir von einer tragenden Gewissheit aus: Der tiefste, gesunde Kern eines jeden Menschen bleibt immer intakt. Egal wie schwer die Krise lastet, wie tief die Erschöpfung sitscht oder wie lange das Schweigen schon andauert. Ihre Essenz ist nicht kaputt. Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sind daher keine „Mechaniker“, die an einem mangelhaften Objekt herumschrauben. Den inneren Kompass wiederentdecken Wir verstehen uns als professionelle Wegbegleiter auf Augenhöhe. In der Therapie geht es nicht darum, nach Fehlern zu suchen, um den alten, funktionierenden Zustand krampfhaft wiederherzustellen. Vielmehr legen wir gemeinsam den verschütteten, gesunden Kern wieder frei. Es ist eine gemeinsame Entdeckungsreise, um herauszufinden, was Sie für ein stimmiges, authentisches Leben wirklich brauchen und wie Sie Ihre Werte im Alltag verankern können. Verantwortung übernehmen Der Entschluss, eine therapeutische Praxis zu betreten, ist folglich das exakte Gegenteil von Schwäche oder Kapitulation. Er ist ein Akt höchster Selbstverantwortung und moderner Lebensführung. Echte Stärke zeigt sich nicht im stummen Erdulden bis zum Burnout, sondern im Mut, sich den eigenen Themen offen und aktiv zu stellen. Psychotherapie als aktives Gestalten Psychotherapie bietet den geschützten Raum, um aus der Passivität herauszutreten und neue, tragfähige Lebensstrategien zu entwickeln. Klientinnen und Klienten, die diesen Schritt wagen, erfahren schnell eine tiefe Entlastung: Sich mitzuteilen macht nicht verletzlich, sondern unangreifbar. Es ist der Beginn eines selbstbestimmten Weges, auf dem Sie Ihr Leben nicht mehr nur irgendwie aushalten, sondern wieder kraftvoll und aktiv gestalten.

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Erwartungen, Freiheit, Männer, Therapiebeginn

„Muss ich erst am Boden liegen?“

Der richtige Zeitpunkt für Therapie? Vielleicht kennen Sie diesen Gedanken: „So schlimm ist es doch gar nicht. Anderen geht es viel schlechter. Ich muss mich nur etwas mehr zusammenreißen.“ Dieser Satz ist einer der treuesten Begleiter vieler Menschen, die eigentlich längst Unterstützung bräuchten. In unserer Gesellschaft hält sich hartnäckig der Glaube, dass Psychotherapie die letzte Bastion ist. Der „Notanker“, den man erst wirft, wenn das Schiff bereits sinkt. Aber ist das wirklich so? Stellen Sie sich kurz vor, Sie hätten seit Wochen Zahnschmerzen. Ein beständiges Ziehen, das Sie nachts nicht schlafen lässt und Ihnen tagsüber die Freude am Essen nimmt. Würden Sie tatsächlich warten, bis der Zahn ausfällt oder die Entzündung unerträglich wird? Wahrscheinlich nicht. Sie würden einen Termin bei Ihrem Zahnarzt vereinbaren, um den Schmerz zu lindern und die Ursache zu beheben. Bei unserer seelischen Gesundheit hingegen zögern wir oft fatalerweise. Wir behandeln unsere Psyche, als müsste sie unendlich belastbar sein. Dabei fragen sich so viele Menschen heimlich und viel zu lange, wann in Therapie gehen eigentlich der richtige Schritt wäre, während wir unserem Körper viel schneller und auch öfter Erholung und Pflege zugestehen. Leid braucht kein Maßband In meiner Praxis erlebe ich oft Menschen, die sich fast entschuldigen, wenn sie zum Erstgespräch kommen. Sie fürchten, ich könnte ihr Anliegen als „zu klein“ oder „nicht dramatisch genug“ abtun. Doch in der Psychotherapie und besonders in der Existenzanalyse gibt es kein objektives Maßband für Leid. Es gibt keinen Schwellenwert, den Sie überschreiten müssen, um sich das Recht auf Hilfe zu verdienen. Wenn Sie spüren, dass Ihre Lebensqualität eingeschränkt ist, dass sich graue Schleier über Ihren Alltag legen oder Ängste Ihren Radius immer enger ziehen, dann ist das jedenfalls Grund genug. Der richtige Zeitpunkt ist genau dann, wenn Sie merken, dass Sie alleine nicht mehr weiterkommen oder sich nur noch im Kreis drehen. Leid ist immer subjektiv. Wenn es sich für Sie schwer anfühlt, dann ist es schwer – Punkt. Prävention statt Reparatur Ein weiterer wichtiger Aspekt ist unser Verständnis von Therapie. Viele sehen darin eine Werkstatt, in der man „repariert“ wird, wenn man „kaputt“ ist. Ich lade Sie ein, das Bild zu wechseln. Sehen Sie Therapie eher als eine gemeinsame Expedition. Ein Bergführer wartet nicht, bis der Wanderer in die Gletscherspalte gestürzt ist, um ihn zu retten. Er hilft ihm idealerweise schon vorher, den sichersten Weg zu finden, die Ausrüstung zu prüfen und die eigenen Kräfte richtig einzuschätzen. Wann ist in Therapie zu gehen sinnvoll? Sich frühzeitig Unterstützung zu holen, kann verhindern, dass aus einer Krise eine chronische Erkrankung wird. Es ist ein Akt der Selbstfürsorge, nicht des Scheiterns. Gerade in Phasen der Neuorientierung, bei Verlusten oder anhaltender Erschöpfung kann der neutrale, geschützte Raum der Therapie helfen, wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen, bevor man ihn ganz verliert. Der Mut zum ersten Schritt Es erfordert Mut, zum Hörer zu greifen oder eine E-Mail zu schreiben. Dieser Schritt bedeutet, sich einzugestehen, dass man etwas ändern möchte. Aber genau darin liegt bereits der erste Moment der Heilung: Sie übernehmen wieder die Gestaltungsmacht über Ihr Leben. Sie warten nicht mehr passiv ab, bis der Leidensdruck unerträglich wird, sondern sorgen aktiv für sich. Ich versuche deshalb  in meiner Praxis in Wien meinen Gesprächspartnern nicht als derjenige zu begegnen, der ihr Leben besser kennt als sie, sondern als Begleiter, der ihnen hilft, die eigene Landkarte wieder lesen zu lernen. Ob diese nun mit einer schweren Last kommen oder „nur“ mit einem Stein im Schuh, der sie am Weitergehen hindert. Jede Person ist mir willkommen. Sie müssen nicht erst am Boden liegen, um aufzustehen und eine neue Richtung einzuschlagen.  

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Therapiebeginn, Entscheiden, Erwartungen

Darf ich hier auch lachen?

Humor heilt mit Kraft! Wer an Psychotherapie denkt, hat oft ein bestimmtes Bild im Kopf. Ernste Gesichter, schwere Themen, Taschentuchboxen und eine Atmosphäre, in der jedes Wort auf die Goldwaage gelegt wird. Schließlich geht es um Leid, um Ängste oder tiefe Erschöpfung. Scheint da Lachen nicht fehl am Platz, vielleicht sogar respektlos dem eigenen Schmerz gegenüber? Die überraschende Antwort lautet Ganz und gar nicht. Humor in der Therapie ist in meiner Praxis nicht nur „erlaubt“, er ist oft ein wesentlicher Türöffner für Veränderungen. Humor als Teil der Therapie Wenn wir in einer Krise stecken, neigen wir dazu, mit unserem Problem zu verschmelzen. Die Angst oder die Sorge füllt den ganzen Raum aus, bis wir vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen. Genau hier setzt Humor an. Er schafft einen Moment der Distanz. Wer über eine Situation, oder sogar liebevoll über eine eigene „Macke“, lachen kann, steht in diesem Moment über den Dingen, statt unter ihnen begraben zu sein. Ein kurzer Urlaub vom Problem Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie mit der ich arbeite, sah im Humor eine der wichtigsten Fähigkeiten des menschlichen Geistes. Er nannte es, ironischerweise wenig humorvoll, die „Trotzmacht des Geistes“. Ein Lachen kann der Beweis dafür sein, dass jeder Mensch mehr ist als eine Diagnose oder ein momentanes Tief. Lachen ist ein kurzes Aufatmen, ein kleiner Urlaub von der Schwere. Lachen schafft Verbindung Natürlich lachen wir in der Therapie niemals jemanden aus und wir lachen auch Probleme nicht weg. Wir nehmen das Leid absolut ernst. Aber Ernsthaftigkeit bedeutet nicht Schwere. Es gibt Momente in Sitzungen, in denen sich durch ein gemeinsames Schmunzeln eine Anspannung löst, die durch bloßes Reden kaum zu knacken gewesen wäre. Lachen verbindet und schafft eine Atmosphäre der Sicherheit. Es signalisiert, dass wir uns auch die dunklen Ecken des Lebens ansehen können, ohne dabei das Licht zu verlieren. Die Rückkehr der Leichtigkeit Oft ist das erste echte Lachen nach einer langen Zeit der Traurigkeit ein Wendepunkt. Es ist wie ein erstes Schneeglöckchen nach dem Winter, ein Zeichen dafür, dass die Lebenskraft zurückkehrt. Wenn also meine Patienten bei mir sitzen und ihnen kommt ein witziger Gedanke oder sie müssen über die Absurdität einer Situation schmunzeln, ermutige ich sie das nicht zu unterdrücken. Es ist willkommen. Denn Heilung braucht nicht nur Tiefe, sie braucht auch Leichtigkeit.

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Therapiebeginn, Erwartungen

(Keine) Angst vor dem Unbekannten?!

Im Erstgespräch ankommen! Der Weg zum ersten Erstgespräch in der Therapie ist für viele Menschen der schwierigste. Man steht vor der Tür der Praxis, der Finger schwebt über der Klingel, und das Herz klopft oft bis zum Hals. Tausend Fragen gehen einem durch den Kopf: „Was, wenn ich kein Wort herausbringe?“, „Muss ich sofort mein ganzes Leben erzählen?“ oder „Was denkt der Therapeut über mich?“ Diese Nervosität ist vollkommen normal. Sie ist ein Zeichen dafür, dass Ihnen Ihr Wohlbefinden wichtig ist und Sie sich auf etwas Neues einlassen. Um Ihnen diesen Schritt etwas zu erleichtern, möchte ich Ihnen gerne erzählen, was hinter meiner Tür tatsächlich passiert und vor allem, was nicht passiert. Therapie? Das Wichtigste vorweg. Das Erstgespräch ist kein Verhör und keine Prüfung. Sie müssen keine Leistung erbringen. Wenn Sie den Raum betreten, geht es im ersten Moment nur darum, anzukommen und durchzuatmen. Ein Raum um Anzukommen Ich weiß, dass Sie wahrscheinlich aufgeregt sind, und das darf auch so sein. Wir nehmen uns Zeit, damit Sie sich mit der Umgebung vertraut machen können. Es gibt hier keinen Zeitdruck, sofort „zur Sache“ kommen zu müssen. Erzählen? Eine große Sorge vieler Klienten ist, dass sie ihre gesamte Lebensgeschichte in 50 Minuten packen müssen oder dass sie nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Seien Sie beruhigt. Ich führe Sie durch unser Gespräch. Ich werde Ihnen Fragen stellen, die es Ihnen leicht machen, zu erzählen, was Sie gerade bewegt. Nicht alles auf einmal Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie Dinge erst einmal weglassen oder wenn Ihnen zwischendurch die Worte fehlen. Schweigen ist kein Fehler im System, sondern oft ein wichtiger Moment des Nachspürens. Wir schauen gemeinsam auf das, was jetzt gerade im Vordergrund steht. Alles andere hat Zeit. Der Chemie-Check Natürlich sprechen wir auch über Organisatorisches. Transparenz ist mir wichtig, deshalb klären wir ganz offen die Rahmenbedingungen. Wie oft sehen wir uns? Was kostet es? Wie sind die Absageregelungen? Es soll keine offenen Fragen oder versteckten Hürden geben. Im Rahmen bleiben Viel entscheidender als die Bürokratie ist aber Ihr Bauchgefühl. Die Forschung zeigt, dass die Beziehung zwischen Klienten und Therapeut einer der wichtigsten Wirkfaktoren ist. Das Erstgespräch dient also vor allem dazu, dass wir beide herausfinden „Passt das?“ Fühlen Sie sich hier sicher? Haben Sie den Eindruck, dass ich Sie verstehe? Sie müssen sich nicht sofort entscheiden, aber Sie werden spüren, ob die Chemie stimmt. Ein Anfang, kein Urteil Wenn Sie die Praxis nach dieser ersten Stunde verlassen, fühlen sich die meisten Menschen erleichtert. Die „Black Box“ ist geöffnet, das Unbekannte hat ein Gesicht bekommen. Sie gehen nicht mit einer fertigen Lösung nach Hause, aber mit der Gewissheit, dass Sie mit Ihren Themen nicht mehr allein sind. Und das ist oft schon der wichtigste Schritt der gesamten Therapie.

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Therapiebeginn, Erwartungen, Vertrauen

„Andere haben es doch viel schwerer“!

Schmerz braucht keinen Vergleich! Es ist ein Satz, den ich in meiner Praxis sehr oft höre, oft gleich zu Beginn oder als entschuldigender Nachsatz. „Eigentlich darf ich mich ja gar nicht beschweren. Ich habe einen Job, ein Dach über dem Kopf, und wenn man sich ansieht, was in der Welt los ist… andere haben es viel schwerer.“ Dieser Gedanke scheint auf den ersten Blick vernünftig, vielleicht sogar bescheiden. Doch in Wahrheit ist er eine Falle. Er ist ein Versuch, das eigene Leiden zu relativieren und damit oft auch unbewusst abzuwerten. Wir stellen unsere Sorgen auf eine Waage und wollen unseren Schmerz vergleichen, mit dem Schicksal anderer, in der Hoffnung, dass unser eigenes Gewicht dadurch verschwindet. Aber Gefühle funktionieren nicht nach den Gesetzen der Mathematik. Leid ist wie Luft In der Logotherapie, haben wir dafür ein sehr treffendes Bild. Für uns ist das Leiden des Menschen wie Luft. Wenn man eine bestimmte Menge Luft in einen Raum pumpt, füllt es den Raum immer vollständig und gleichmäßig aus, egal, wie groß der Raum ist. Genauso ist es mit dem Leid. Egal, wie „klein“ oder „banal“ der Anlass von außen betrachtet wirken mag, er füllt die Seele des betroffenen Menschen ganz aus. Ein subjektiv empfundener Schmerz ist immer absolut. Wer Liebeskummer hat, leidet ganz. Wer im Job unter Druck steht, leidet ganz. Es hilft demjenigen, der Zahnschmerzen hat, nicht im Geringsten zu wissen, dass jemand anderes ein Bein gebrochen hat. Der Schmerz ist deswegen nicht weniger real. Schmerz vergleichen? Warum vergleichen wir uns dann trotzdem so oft? Meistens ist es ein Schutzmechanismus. Wenn wir uns sagen, dass unser Problem „nicht schlimm genug“ ist, versuchen wir, uns die Erlaubnis zu Fühlen zu entziehen. Wir wollen nicht schwach wirken, gerade auch nicht vor uns selbst. Die Flucht vor den eigenen Gefühlen Doch das Unterdrücken von Gefühlen führt selten dazu, dass sie verschwinden. Sie suchen sich oft andere Wege. Sei es über den Körper, über Schlafstörungen oder eine schleichende Gereiztheit. Ihr Recht auf Unterstützung Es gibt keine Eintrittskarte für Therapie oder Beratung, die man sich erst durch ein „ausreichend schweres“ Schicksal verdienen muss. Sie müssen nicht erst am Boden liegen, um Hilfe in Anspruch nehmen zu dürfen. Im Gegenteil. Sich um die eigene psychische Gesundheit zu kümmern, bevor die Last unerträglich wird, ist ein Zeichen von Selbstfürsorge und Verantwortung. Wenn Sie spüren, dass Sie nicht mehr im Gleichgewicht sind, dass die Freude fehlt oder Ängste den Alltag bestimmen, dann ist das Grund genug. Ihr Empfinden ist der Maßstab, nicht das Leid der anderen. Sie dürfen Ihren Schmerz ernst nehmen. Nur dann kann er sich auch wandeln.  

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Therapiebeginn, Erschöpfung, Krise

Wir sind keine Maschinen!

Therapie als Reparatur der Seele? Es ist ein ganz natürlicher Impuls: Wenn etwas schmerzt, wollen wir, dass es aufhört. Wenn unser Auto seltsame Geräusche macht, bringen wir es in die Werkstatt, der Mechaniker tauscht ein Teil aus, und der Wagen läuft wieder. Mit einer ähnlichen Hoffnung betreten viele Menschen erstmals eine psychotherapeutische Praxis. Der Wunsch ist verständlich: „Bitte machen Sie, dass diese Angst verschwindet“ oder „Reparieren Sie mich, damit ich wieder funktioniere.“ Symptome sind Signale… Doch leider lässt sich die menschliche Seele nicht wie ein Motor reparieren. Wir sind keine Maschinen, bei denen man defekte Teile einfach austauscht. Der Versuch, Symptome wie Traurigkeit, Erschöpfung oder Panik einfach nur „wegzumachen“, greift oft zu kurz. … aber kein „kaputt“-sein Denn diese Symptome sind selten bloße Fehlfunktionen. Meist sind es wichtige Signale. Sie weisen uns darauf hin, dass in unserem Leben etwas nicht mehr stimmig ist, dass wir Werte vernachlässigt haben oder dass eine Grenze zu lange überschritten wurde. Gesundes wiederentdecken Deshalb verstehe ich meine Aufgabe nicht als die eines Mechanikers, sondern eher als die eines Wegbegleiters. Ich kann und werde meine Patientinnen und Patienten nicht „heilen“ in dem Sinne, dass ich etwas an ihnen korrigiere, während sie passiv warten. Echte Veränderung geschieht immer dann, wenn wir gemeinsam verstehen, wozu das Symptom da ist und was es uns sagen will. Dieser Perspektivwechsel ist für viele zunächst ungewohnt, aber er ist unglaublich befreiend. Er bedeutet nämlich, dass meine Patientinnen und Patienten nicht „kaputt“ sind. In der Existenzanalyse gehen wir davon aus, dass der gesunde Kern der Person – das, was uns im Tiefsten ausmacht – immer intakt bleibt, auch wenn er momentan von Leid überlagert ist. Unsere Arbeit besteht deshalb darin, diesen gesunden Kern wieder freizulegen. Aktiv gestalten… Statt einer schnellen Reparatur gestalten wir gemeinsam ein Prozess der Entdeckung. Wir schauen uns an, über welche Ressourcen wir als Menschen verfügen und wie wir wieder Zugang zur eigenen Kraft finden. Das erfordert jedenfalls immer viel aktive Mitarbeit. Therapie ist keine Behandlung, die man über sich ergehen lässt, sondern eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben. … statt passiv erdulden Das Ziel ist dabei nicht das bloße Wiederherstellen des alten Zustands oder des „Funktionierens“, sondern oft ein Neubeginn. Wer sich vom Gedanken des Repariert-Werdens löst, gewinnt die Freiheit, sein Leben nicht nur wieder zu ertragen, sondern es neu und authentisch zu gestalten.

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Therapiebeginn, Erwartungen, Sinn

Die Begegnung auf Augenhöhe!

Ein Fundament legen! Der Schritt, sich professionelle Unterstützung zu suchen, erfordert oft Überwindung. Wenn wir uns körperlich oder seelisch nicht im Gleichgewicht fühlen, ist das eigene Selbstverständnis häufig erschüttert. Man betritt eine Praxis oft mit der unbewussten Erwartung, Verantwortung abzugeben und „behandelt“ zu werden. Veränderung ist möglich In vielen Bereichen des Gesundheitssystems ist dieses Gefälle zwischen dem wissenden Experten und dem hilfesuchenden Patienten noch immer der Standard. Doch für nachhaltige Veränderung und echte Genesung braucht es eine andere Basis: eine Begegnung auf Augenhöhe. Verbindung zulassen Dieses Prinzip ist mehr als nur eine höfliche Umgangsform; es ist eine therapeutische Notwendigkeit. In unserer Zusammenarbeit betrachte ich Sie nicht als passiven Empfänger einer Leistung, sondern als aktiven Gestalter Ihres Prozesses. Die Rollenverteilung ist dabei klar und dennoch partnerschaftlich. Ich bringe meine fachliche Expertise und meine Methoden ein. Mit Fachwissen und Lebenserfahrung Sie bleiben der unangefochtene Experte für Ihr eigenes Leben, Ihre Geschichte und Ihr inneres Erleben. Niemand kennt Ihre Situation so gut wie Sie selbst. Wenn diese beiden Perspektiven gleichberechtigt zusammenkommen, entsteht ein Arbeitsbündnis, das weit tragfähiger ist als bloße Ratschläge von außen. Veränderung anstreben Eine solche Haltung wirkt oft auch als Vorbild für den inneren Dialog. Viele Menschen neigen dazu, sehr streng mit sich selbst ins Gericht zu gehen, die eigenen Bedürfnisse zu ignorieren oder sich für ihre Beschwerden zu verurteilen. Ein neuer Blick auf den inneren Dialog Die Erfahrung, in einem professionellen Rahmen respektvoll, wertfrei und ernsthaft gehört zu werden, kann ein wichtiger Impuls sein, auch mit sich selbst wieder freundlicher umzugehen. „Auf Augenhöhe“ bedeutet in diesem Sinne auch, sich selbst wieder die Wertschätzung entgegenzubringen, die man anderen ganz selbstverständlich schenkt. Autonomie leben Ein Therapie- oder Coachingprozess, der auf diesem Verständnis fußt, bietet einen geschützten Raum. Es ist ein Raum, in dem Sie nicht funktionieren müssen, sondern sein dürfen. Es geht darum, gemeinsam Zusammenhänge zu verstehen und Lösungen zu entwickeln, die wirklich zu Ihrer Lebensrealität passen. Der Schlüssel zur persönlichen Entwicklung Wer sich in seiner Autonomie respektiert fühlt, kann sich leichter öffnen und findet schneller den Zugang zu den eigenen Ressourcen, die für Heilung und Entwicklung notwendig sind.  

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Therapiebeginn, Erwartungen, Sinn

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Praxis für Psychotherapie in Wien 1010 – zentral erreichbar im ersten Bezirk

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