Keine Angst vor dem Unbekannten – Was Sie im Erstgespräch wirklich erwartet

Der Weg zum ersten Erstgespräch in der Therapie ist für viele Menschen der schwierigste. Man steht vor der Tür der Praxis, der Finger schwebt über der Klingel, und das Herz klopft oft bis zum Hals. Tausend Fragen gehen einem durch den Kopf: „Was, wenn ich kein Wort herausbringe?“, „Muss ich sofort mein ganzes Leben erzählen?“ oder „Was denkt der Therapeut über mich?“

Diese Nervosität ist vollkommen normal. Sie ist ein Zeichen dafür, dass Ihnen Ihr Wohlbefinden wichtig ist und Sie sich auf etwas Neues einlassen. Um Ihnen diesen Schritt etwas zu erleichtern, möchte ich Ihnen gerne erzählen, was hinter meiner Tür tatsächlich passiert und vor allem, was nicht passiert.

Das Erstgespräch in der Therapie – Ein Raum um Anzukommen

Das Wichtigste vorweg. Das Erstgespräch ist kein Verhör und keine Prüfung. Sie müssen keine Leistung erbringen. Wenn Sie den Raum betreten, geht es im ersten Moment nur darum, anzukommen und durchzuatmen. Ich weiß, dass Sie wahrscheinlich aufgeregt sind, und das darf auch so sein. Wir nehmen uns Zeit, damit Sie sich mit der Umgebung vertraut machen können. Es gibt hier keinen Zeitdruck, sofort „zur Sache“ kommen zu müssen.

Sie müssen nicht alles auf einmal erzählen

Eine große Sorge vieler Klienten ist, dass sie ihre gesamte Lebensgeschichte in 50 Minuten packen müssen oder dass sie nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Seien Sie beruhigt. Ich führe Sie durch unser Gespräch. Ich werde Ihnen Fragen stellen, die es Ihnen leicht machen, zu erzählen, was Sie gerade bewegt.

Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie Dinge erst einmal weglassen oder wenn Ihnen zwischendurch die Worte fehlen. Schweigen ist kein Fehler im System, sondern oft ein wichtiger Moment des Nachspürens. Wir schauen gemeinsam auf das, was jetzt gerade im Vordergrund steht. Alles andere hat Zeit.

Der Chemie-Check und der Rahmen

Natürlich sprechen wir auch über Organisatorisches. Transparenz ist mir wichtig, deshalb klären wir ganz offen die Rahmenbedingungen. Wie oft sehen wir uns? Was kostet es? Wie sind die Absageregelungen? Es soll keine offenen Fragen oder versteckten Hürden geben.

Viel entscheidender als die Bürokratie ist aber Ihr Bauchgefühl. Die Forschung zeigt, dass die Beziehung zwischen Klienten und Therapeut einer der wichtigsten Wirkfaktoren ist. Das Erstgespräch dient also vor allem dazu, dass wir beide herausfinden „Passt das?“ Fühlen Sie sich hier sicher? Haben Sie den Eindruck, dass ich Sie verstehe? Sie müssen sich nicht sofort entscheiden, aber Sie werden spüren, ob die Chemie stimmt.

Ein Anfang, kein Urteil

Wenn Sie die Praxis nach dieser ersten Stunde verlassen, fühlen sich die meisten Menschen erleichtert. Die „Black Box“ ist geöffnet, das Unbekannte hat ein Gesicht bekommen. Sie gehen nicht mit einer fertigen Lösung nach Hause, aber mit der Gewissheit, dass Sie mit Ihren Themen nicht mehr allein sind. Und das ist oft schon der wichtigste Schritt der gesamten Therapie.

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Praxis für Psychotherapie in Wien 1010 – zentral erreichbar im ersten Bezirk

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