Nahe (Bildschirm) Distanz?

Der Bildschirm bietet Schutz! Ob Homeoffice, digitale Teammeetings oder das schnelle Videotelefonat mit Freundinnen und Freunden – unser Alltag hat sich in den letzten Jahren rasant in den virtuellen Raum verlagert. Es spart Zeit, ist maximal flexibel und passt sich mühelos jedem Terminkalender an. Angesichts dieser digitalen Effizienz blickt manch eine Patientin oder ein Patient mit einer klaren Erwartungshaltung auf die Psychotherapie. Echte Präsenz mit tiefer Resonanz Kann man die seelischen Baustellen nicht einfach auch schnell per Mausklick „reparieren“ lassen, ohne den Weg in die Praxis auf sich nehmen zu müssen? Der Wunsch, den therapeutischen Prozess unkompliziert und pragmatisch in ein vollgepacktes Leben zu integrieren, ist absolut verständlich. Doch eine therapeutische Sitzung ist kein gewöhnliches Business-Meeting. Wenn es um die tiefen Fragen unseres Lebens geht, verändert das Medium den Raum. Es lohnt sich, genauer hinzusehen, wann digitale Distanz ein Segen ist und wann das physische Gegenüber unersetzlich wird. Die Sehnsucht nach Distanz Manche Hürden auf dem Weg in eine psychotherapeutische Praxis sind nicht geografischer Natur, sondern seelischer. Wenn Klientinnen und Klienten unter massiven Ängsten, tiefen Schamgefühlen, Panikattacken oder einer lähmenden depressiven Erschöpfung leiden, kann schon der bloße Gedanke an den Weg vor die Haustür eine unüberwindbare Barriere darstellen. In solchen Momenten ist die Bevorzugung einer Online-Sitzung kein Zeichen von Bequemlichkeit oder ein Defekt in der Motivation. Ein heilsamer Schutzschild Im Gegenteil. Die digitale Distanz fungiert hier als hochfunktionales Schutzschild der Psyche. Der eigene, sichere Raum zu Hause ermöglicht es, überhaupt erst einen Fuß in die therapeutische Tür zu bekommen. Der Bildschirm schafft eine kontrollierbare Distanz, die paradoxerweise erst die Nähe zulässt, die es braucht, um über schmerzhafte Themen zu sprechen. Online-Therapie ist hier kein Notbehelf, sondern eine wertvolle Brücke, die Isolation überwindet. Die existentielle Resonanz In der Existenzanalyse gehen wir davon aus, dass der tiefste, gesunde Kern des Menschen immer intakt bleibt – völlig unabhängig davon, ob wir über Pixel kommunizieren oder uns physisch gegenübertreffen. Und dennoch kennt die Existenzanalyse eine wesentliche Dimension: die leibliche Präsenz und die echte Begegnung. Wenn Sie mit einer Therapeutin oder einem Therapeuten im selben Raum sitzen, teilt sich weit mehr mit als nur das gesprochene Wort. Das gemeinsame Schweigen, das sanfte Atmen im Raum, die unbewusste Körpersprache und die geteilte Atmosphäre entfalten eine ganz eigene Resonanz. Die Couch atmet eine andere Tiefe Im physischen Raum gibt es keine „Ablenkung durch den eigenen Monitor“, keinen plötzlichen Verbindungsabbruch und keine digitale Flachheit. Manche existentielle Erfahrungen, wie das gemeinsame Aushalten von tiefer Trauer oder der Moment, in dem man sich im Blick des anderen bedingungslos angenommen fühlt, brauchen oft die physische Verankerung des Raumes, um sich ganz entfalten zu können. Den eigenen Raum wählen Die Frage „Online oder Couch?“ ist daher kein Entweder-oder, sondern ein dynamischer Gestaltungsraum für Ihre Selbstwirksamkeit. Therapie bedeutet bei uns nicht, ein starres Format passiv zu erdulden, sondern aktiv zu wählen, was Sie in Ihrer aktuellen Lebensphase für Ihr inneres Wachstum wirklich brauchen. Sie haben die Freiheit, Formate zu kombinieren. Bewusste Beziehungs­gestaltung wählen Vielleicht beginnen Sie online, um in einem Moment akuter Erschöpfung Kraft zu sparen und Barrieren abzubauen, und wechseln später auf die Couch, um die heilsame Kraft der physischen Präsenz für Ihren authentischen Neubeginn zu nutzen. Am Ende ist nicht die Technologie entscheidend, sondern Ihre Bereitschaft, sich auf die gemeinsame Entdeckungsreise einzulassen. Sie bestimmen das Tempo und den Rahmen, auf dem Weg zu einem stimmigen und selbstbestimmten Leben.

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Erschöpfung, Depression

Die unsichtbare Last unter der Maske?

Perfektes Funktionieren im Alltag? Stellen Sie sich eine glanzvolle Theateraufführung vor: Das Bühnenbild ist makellos, die Schauspielerinnen und Schauspieler agieren fehlerfrei, und das Publikum applaudiert begeistert. Niemand hinter den Kulissen sieht, mit wie viel zitternder Kraft die Crew im Verborgenen die bröckelnden Wände abstützen muss, damit die Kulisse nicht live in sich zusammenbricht. Wahre Entlastung erleben In der psychotherapeutischen Praxis begegnen uns täglich Menschen, die genau dieses Kunststück in ihrem eigenen Leben vollbringen. Sie glänzen mit Top-Leistungen im Job, schmeißen den Haushalt perfekt und schenken ihrem Umfeld ein herzliches Lächeln. Nach außen hin „funktionieren“ sie reibungslos. Doch sobald die Haustür ins Schloss fällt und die Maske ungesehen abfällt, bleibt nur noch eine lähmende Leere und eine bodenlose, bleierne Erschöpfung. Der Wunsch, den Schein im Alltag krampfhaft aufrechtzuerhalten und die dunklen Phasen im Verborgenen wegzumachen, ist ein zutiefst verständlicher Schutzreflex. Aber ein Mensch ist kein Schauspieler, der zu einer lebenslangen Performance auf einer instabilen Bühne verdammt ist. Gefährliche Tarnung Dieses Phänomen, die eigenen tiefen depressiven Gefühle hinter einer perfekt optimierten Alltagsfassade zu verbergen, nennt man in der Psychologie „Masking“. Es ist ein ununterbrochener, gigantischer Kraftakt, der Betroffenen die allerletzten psychischen Ressourcen raubt. Die Symptome einer hochfunktionalen Depression, wie chronische Freudlosigkeit, ein ständiges Gefühl von Getriebensein bei gleichzeitiger innerer Leere und das Unvermögen, echte Verbundenheit zu spüren, sind keine persönlichen Defekte oder ein Mangel an Disziplin. Funktionieren kann erschöpfen Sie sind die lautlosen, aber dringenden Warnleuchten der Psyche. Sie signalisieren unmissverständlich, dass die Schere zwischen dem im Außen gespielten Leben und der inneren, schmerzhaften Realität viel zu weit auseinandergedriftet ist. Wer diese Signale durch noch mehr Selbstoptimierung stummschaltet, löst das Problem nicht. Er beschleunigt lediglich den inneren Ausbrennvorgang unter der glänzenden Oberfläche. Hinter der Fassade In der Existenzanalyse arbeiten wir mit einer fundamentalen, zutiefst entlastenden Gewissheit: Der innerste, gesunde Kern eines jeden Menschen bleibt immer intakt. Ganz gleich, wie taub, grau oder erschöpft Sie sich unter dem Druck Ihrer perfekten Fassade fühlen. Sie sind nicht kaputt. Wenn das Leben seine Farbe verliert und das Lächeln zur bloßen Anstrengung wird, benötigen Sie keine mechanische Reparatur, um noch effizienter für die Erwartungen anderer zu spüren. Gesundes wiederentdecken Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten agieren hier nicht als Mechaniker, sondern als verlässliche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter auf Augenhöhe. In der Therapie kreieren wir einen vollkommen bewertungsfreien, sicheren Schutzraum, in dem Sie die zentnerschwere Maske Schicht für Schicht und im eigenen Tempo ablegen dürfen. Es geht darum, Ihre verschütteten, echten Werte und Gefühle behutsam wieder freizulegen. Maske ablegen, Leben spüren Sich einzugestehen, dass man die schwere Rüstung des fehlerfreien Funktionierens nicht mehr alleine tragen kann und will, ist kein Zeichen von Scheitern. Es ist der allererste, mutige Akt proaktiver Selbstführung und echter Selbstwirksamkeit. Psychotherapie ermöglicht Ihnen den Ausstieg aus einer Rolle, die Sie nur noch kraftlos erdulden, hin zur aktiven Autorenschaft über Ihr eigenes Leben. Ins echte Gestalten finden Diese gemeinsame Entdeckungsreise verlangt Mut zur Wahrheit, bringt aber eine unschätzbare Freiheit mit sich. Sie müssen nicht mehr perfekt sein, um wertvoll zu sein. Indem Sie lernen, gesunde Grenzen zu setzen und Ihre wahren Bedürfnisse im Alltag zu verankern, beenden Sie den inneren Raubbau. Sie beginnen, Ihr Leben so umzugestalten, dass es sich nicht mehr nur von außen betrachtet gut ansieht, sondern sich von innen heraus wieder echt, lebendig und zutiefst sinnvoll anfühlt.

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ADHS, Depression, Erschöpfung

Mitten unter Millionen und doch allein?

Einsamkeit oder heilsames Alleinsein? Wir leben in einer Stadt, die niemals wirklich still steht. Wien ist voller Leben, die U-Bahnen sind morgens gedrängt voll, in den Schanigärten sitzen Menschen dicht an dicht, und doch ist das Gefühl der Isolation für viele ein ständiger Begleiter. Es klingt paradox. Wie kann man sich einsam fühlen, wenn man physisch fast nie alleine ist? Ein Unterschied In meiner Praxis zeigt sich jedoch oft, dass gerade die Anonymität der Großstadt dieses Gefühl verstärken kann. Man ist umgeben von Gesichtern, aber man spürt keine Verbindung. In der Logotherapie ist es mir wichtig, zunächst zwei Begriffe sauber voneinander zu trennen, wenn wir diese Einsamkeit überwinden wollen: Das Alleinsein und das Einsamsein. Denn während das eine ein äußerer Zustand ist, ist das andere ein innerer Schmerz. Wenn die Stille schmerzt Einsamkeit ist das quälende Gefühl, abgetrennt zu sein. Es ist ein Erleben von Mangel, bei dem wir uns nicht gesehen und nicht gemeint fühlen. Man kann sich inmitten einer Party oder in einer Partnerschaft zutiefst einsam fühlen, wenn die innere Resonanz fehlt. Das Alleinsein hingegen ist zunächst nur eine neutrale Tatsache. Es ist kein anderer Mensch anwesend. Dass wir diesen Zustand heute oft so schwer ertragen und sofort zum Smartphone greifen, um uns abzulenken, hat oft einen tieferen Grund. Wir fliehen vor der Begegnung mit uns selbst. Wer allein ist, ist auf sich selbst zurückgeworfen. Und wenn wir uns selbst fremd geworden sind, wenn wir unsere eigenen Gedanken und die Stille als bedrohlich empfinden, dann kippt das wertvolle Alleinsein schnell in die schmerzhafte Einsamkeit. Der Weg zur Freundschaft Ein zentraler Schlüssel zur Überwindung der Einsamkeit liegt paradoxerweise darin, das Alleinsein neu zu lernen. Es geht darum, die Beziehung zu sich selbst zu stärken. Die Logotherapie und Existenzanalyse weist uns fortwährend darauf hin, dass wir nie ganz allein sind, solange wir „bei uns selbst“ sind. Einsamkeit überwinden In der Therapie arbeiten wir daran, dass Sie sich selbst wieder ein guter Gastgeber werden. Wir fragen uns, „Wie gehen Sie mit sich um, wenn niemand zuschaut? Sind Sie ein strenger Kritiker oder ein wohlwollender Gefährte?“. Wenn es uns gelingt, die Zeit mit uns selbst nicht als Leere, sondern als Freiraum für eigene Gedanken, für Genuss oder Kreativität zu füllen, verliert die Einsamkeit ihren Stachel. Wer in sich selbst beheimatet ist, braucht die anderen Menschen zwar immer noch zur Bereicherung, aber nicht mehr zur bloßen Füllung eines inneren Lochs. Offen werden Wenn wir aufhören, krampfhaft vor dem Alleinsein zu fliehen, geschieht oft etwas Erstaunliches. Wir werden wieder fähig zu echter Begegnung. Einsamkeit macht uns oft bedürftig und eng. Wir scannen unsere Umgebung förmlich danach ab, wer uns erlösen könnte. Das heilsame Alleinsein hingegen schenkt uns Ruhe und Autonomie. Aus dieser Haltung heraus können wir uns der Welt wieder zuwenden. Nicht, weil wir müssen, sondern weil wir wollen. Echte Begegnung In meiner Praxis begleite ich Sie auf diesem Weg von der Isolation zurück in die Verbindung. Wir stärken Ihr inneres Fundament, damit Sie sich auch in der großen Stadt nicht mehr verloren, sondern bei sich selbst geborgen fühlen. Denn die beste Voraussetzung für gute Beziehungen zu anderen ist eine gute Beziehung zu sich selbst.  

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Einsamkeit, Depression, Krise

Der Anker im Sturm?

Unsere Werte sind überlebenswichtig! Wenn wir uns in einer tiefen Krise oder einer depressiven Phase befinden, gleicht das Leben oft einer Fahrt auf stürmischer See bei dichtem Nebel. Unsere Werte und Orientierung gehen verloren, und das, was uns früher Freude bereitet hat, verschwindet hinter einem grauen Schleier der Gleichgültigkeit. In solchen Zeiten verlieren wir oft den Kontakt zu unseren Gefühlen. Doch gerade wenn die emotionale „Wetterlage“ rau und unübersichtlich ist, brauchen wir etwas, das uns Halt gibt. Unsere Werte in der Krise verhindern, dass wir abgetrieben werden. Gerade in der Krise In der Existenzanalyse und Logotherapie bezeichnen wir diese Haltepunkte als Werte. Sie sind keine starren moralischen Regeln, sondern die ganz persönlichen Leuchttürme, die uns zeigen, was uns im Innersten wirklich wichtig ist, auch dann, wenn wir es gerade nicht fühlen können. Werte bleiben bestehen Ein tückisches Merkmal der Depression ist, dass sie uns vorgaukelt, nichts sei mehr von Bedeutung. Die Dinge, für die wir früher gebrannt haben, sei es die Natur, die Musik, die Familie oder der Beruf, scheinen ihren Reiz verloren zu haben. Doch hier liegt ein entscheidendes Missverständnis, das wir in der Therapie gemeinsam aufklären. Ein Wert verschwindet nicht, nur weil die Fähigkeit, ihn emotional zu genießen, vorübergehend blockiert ist. Auch wenn das Gefühl schweigt Die Liebe zu einem Menschen oder die Bedeutung einer Aufgabe bleibt wahr, auch wenn sie im Moment nicht spürbar ist. Es ist wie bei der Sonne hinter den Wolken. Wir sehen sie nicht, wir spüren ihre Wärme nicht, aber wir wissen, dass sie da ist. An diesem Wissen können wir uns festhalten. Bewusstes Handeln Wozu ist dieses Wissen gut, wenn man sich doch so leer fühlt? Es dient uns als Kompass für unser Handeln. Wenn wir uns nur nach unserer momentanen Befindlichkeit richten würden, blieben wir im Bett liegen, weil die Antriebskraft fehlt. Richten wir uns jedoch nach unseren Werten, können wir die „Trotzmacht des Geistes“ aktivieren. Wir tun etwas nicht, weil es uns gerade Spaß macht, sondern weil es uns wertvoll ist. Die Brücke zum Sinn Wir gehen vielleicht spazieren, nicht aus Lust, sondern weil uns die Gesundheit oder die Natur wichtig ist. Wir rufen einen Freund an, nicht aus Geselligkeit, sondern weil uns die Freundschaft heilig ist. Diese wertorientierten Handlungen sind der Anker, der uns in der Realität hält. Sie bewahren uns davor, ganz im Strudel der dunklen Gedanken zu versinken. Die kleinen Anker im Alltag In meiner Praxis geht es mir nicht darum, dass Sie in der Krise sofort große Heldentaten vollbringen. Wertearbeit ist oft Arbeit im Kleinen. Gemeinsam suchen wir nach den noch so unscheinbaren Dingen, die für Sie persönlich eine Bedeutung haben. Das kann die Pflege einer Pflanze sein, die Sorge für ein Haustier oder das bewusste Trinken einer Tasse Tee. Indem wir uns diesen Werten wieder zuwenden, oft erst rein kognitiv und durch Handeln, später dann wieder fühlend, bauen wir eine Brücke zurück ins Leben. Wer ein „Wozu“ hat, für das er einsteht, kann fast jedes „Wie“ ertragen. Ihre Werte sind der feste Boden, auf den Sie Ihre Füße stellen können, bis der Nebel sich lichtet und die Gefühle langsam zurückkehren.

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Krise, Depression, Sinn

Depression als ungebetener Gast?

An der Tür stehen­lassen! Es gibt Besucher im Leben, die man nie eingeladen hat und die dennoch plötzlich vor der Tür stehen. Die Depression ist wohl einer der eindringlichsten und schwersten dieser Gäste. Sie bringt eine bleierne Schwere mit sich, verdunkelt den Blick auf die Welt und nistet sich oft so dominant in unserem Alltag ein, dass wir glauben, wir bestünden nur noch aus Traurigkeit und Erschöpfung. Die Depression haben – nicht sein! In meiner therapeutischen Arbeit begegne ich vielen Menschen, die sagen: „Ich bin depressiv.“ Doch genau hier, in diesem kleinen Wort „bin“, liegt ein entscheidender Ansatzpunkt der Logotherapie. Ein hilfreicher Umgang mit Depression beginnt oft mit einer kleinen Erkenntnis: Sie sind nicht die Krankheit. Ich möchte Sie einladen, diesen Satz behutsam umzuformulieren. Sie sind nicht die Depression. Sie haben eine Depression. Das ist ein gewaltiger Unterschied! Sie sind mehr als Ihre Krankheit Wenn die Dunkelheit übermächtig scheint, verschwimmt oft die Grenze zwischen unserer Persönlichkeit und der Erkrankung. Wir fühlen uns identisch mit dem Leid. Viktor Frankl, der Begründer der Logotherapie, hat jedoch stets betont, dass der Mensch nicht mit seinen psychischen oder körperlichen Zuständen gleichzusetzen ist. Stellen Sie sich die Depression wie einen schweren, nassen Mantel vor, den man Ihnen umgelegt hat. Dieser Mantel drückt, er engt ein und er macht jede Bewegung mühsam. Aber unter diesem Mantel sind Sie immer noch Sie selbst. Ihre Werte, Ihre Geschichte, Ihr Humor und Ihre Liebesfähigkeit sind nicht verschwunden; sie sind momentan nur verdeckt. Seien sie „trotzig“ Das ist die tröstliche und zugleich kraftvolle Botschaft der Existenzanalyse: Ihr geistiger Kern, das eigentliche Wesen Ihrer Person, kann nicht krank werden. Er bleibt auch in der tiefsten Krise intakt. Wir nennen dies die „Trotzmacht des Geistes“. Selbst wenn die Gefühle und der Körper streiken, gibt es eine Instanz in Ihnen, die zu alldem Stellung nehmen kann. Diese Instanz ist fähig, den ungebetenen Gast zwar wahrzunehmen, ihm aber nicht das ganze Haus zu überlassen. Es geht nicht darum, die Depression gewaltsam vor die Tür zu setzen. Das kostet oft Kraft, die man gerade nicht hat. Es geht vielmehr darum, ihr einen festen Platz zuzuweisen, damit sie nicht das Wohnzimmer Ihres Lebens besetzt. Dem „Gast“ Grenzen setzen In unserer gemeinsamen Arbeit in der Praxis Theranaut üben wir diese Kunst der „Selbstdistanzierung“. Wir lernen, den ungebetenen Gast an der Garderobe stehenzulassen, anstatt ihn bitten, den Tisch zu decken. Das bedeutet konkret, dass wir die Schwere anerkennen, die heute da ist. Aber wir entscheiden uns vielleicht dennoch für einen kleinen Spaziergang oder ein kurzes Gespräch mit einem Freund. Nicht, weil wir uns danach fühlen, sondern weil es uns wichtig ist. Indem wir handeln, obwohl der Gast da ist, entziehen wir der Depression Schritt für Schritt die Macht. Wir stärken das Gesunde in Ihnen, bis der Raum für das Eigene wieder größer wird als der Raum, den die Krankheit einnimmt. Ein Raum für Begegnung Es erfordert Mut und Geduld, sich nicht mit der eigenen Dunkelheit zu identifizieren. Doch Sie müssen diesen Weg nicht allein gehen. Als Therapeut begleite ich Sie dabei, diese feine Unterscheidung im Alltag immer wieder zu treffen. Wir suchen gemeinsam nach den Momenten, in denen der „Mantel“ der Depression vielleicht ein kleines bisschen lockerer sitzt, und nutzen diese Augenblicke, um das Leben wieder hereinzulassen. Sie bleiben der Hausherr in Ihrem Leben, auch wenn gerade ein schwieriger Gast anwesend ist.

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Depression, Entscheiden, Sinn

Links

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tHeranaut.at

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Praxis für Psychotherapie in Wien 1010 – zentral erreichbar im ersten Bezirk

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