Die „Trotzmacht“ des Geistes – Warum wir stärker sind als unsere Angst

Wenn uns Angst, Sorgen oder eine depressive Verstimmung im Griff haben, fühlen wir uns oft klein und hilflos. Es scheint, als wären wir den Launen unserer Psyche ausgeliefert wie ein Blatt im Wind. Wir warten darauf, dass der Sturm sich legt, damit wir wieder handlungsfähig werden. Wir warten darauf, dass der Sturm sich legt, damit wir wieder handlungsfähig werden. Doch hier setzt die Trotzmacht des Geistes an. Die Logotherapie gibt uns mit dem Begriff der „Trotzmacht des Geistes“ ein gedankliches Werkzeug, das dieses Kräfteverhältnis auf den Kopf stellt. Es ist eine Ermutigung, nicht darauf zu warten, dass die Angst verschwindet, sondern eine Kraft in uns zu entdecken, die trotz der Angst Bestand hat. Es ist die zutiefst menschliche Fähigkeit, sich nicht alles gefallen zu lassen, auch und gerade nicht von den eigenen Gefühlen. Die Trotzmacht des Geistes – Ein alter Begriff für eine moderne Stärke Das Wort „Trotzmacht“ mag im ersten Moment etwas altmodisch oder fast kindlich klingen. Doch gemeint ist damit eine sehr erwachsene und kraftvolle Haltung. Es ist die Fähigkeit unseres Geistes, auf Distanz zu gehen zu dem, was unser Körper oder unsere Psyche gerade „veranstalten“. Stellen Sie sich vor, Ihre Angst ist wie schlechtes Wetter. Sie können den Regen nicht einfach abstellen, und Sie werden vielleicht nass. Aber, und das ist die Trotzmacht, Sie können entscheiden, ob Sie im Regen stehen bleiben und jammern, oder ob Sie den Kragen hochschlagen und trotzdem Ihren Weg gehen. Diese innere Widerstandskraft ist in jedem Menschen angelegt. Sie ist der gesunde Kern, der selbst in psychischen Krisen intakt bleibt und darauf wartet, aktiviert zu werden. Ich habe Angst, aber ich bin nicht die Angst Um diese Kraft zu nutzen, ist ein kleiner sprachlicher und gedanklicher Schritt notwendig, den wir in der Therapie oft üben. Es ist die Unterscheidung zwischen dem, was wir haben, und dem, wer wir sind. Sie haben vielleicht gerade Herzklopfen, schlaflose Nächte oder panische Gedanken. Das sind Zustände Ihres psychophysischen Organismus. Aber Sie sind mehr als das. Sie sind die Person, die diese Zustände wahrnimmt und sich dazu verhalten kann. Die Trotzmacht erlaubt uns zu sagen: „Ja, die Angst ist da, und sie ist unangenehm. Aber sie ist nicht der Chef in meinem Haus. Ich entscheide mich für das, was mir wichtig ist, auch wenn die Angst im Gepäck ist.“ Wie wir den geistigen Muskel trainieren Diese Haltung ist kein Schalter, den man einfach umlegt, sondern eher wie ein Muskel, der trainiert werden möchte. In meiner Praxis unterstützen wir diesen Trainingsprozess. Wir suchen nach Situationen, in denen Sie sich bisher von Ihren Ängsten haben einschränken lassen, und entwerfen kleine Experimente des Mutes. Das kann bedeuten, ein Telefonat zu führen, obwohl die Stimme zittert, oder zu einer Verabredung zu gehen, obwohl man sich am liebsten verkriechen würde. Jedes Mal, wenn Sie trotz des Gefühls für einen Wert handeln, wächst Ihre Trotzmacht. Sie erleben Selbstwirksamkeit. Sie erfahren, dass Sie dem Leben nicht ausgeliefert sind, sondern dass Sie ihm, im wahrsten Sinne des Wortes, die Stirn bieten können.  

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Angst

Panikattacken im Supermarkt – Erste-Hilfe-Strategien für den Alltag

Für viele Menschen ist der Wocheneinkauf eine reine Routineangelegenheit. Doch für Betroffene von Panikattacken im Supermarkt kann der Gang durch den Supermarkt zur reinsten Tortur werden. Vielleicht kennen Sie dieses Szenario. Sie stehen in der Schlange an der Kassa, hinter Ihnen warten andere Kunden, vorne geht es nicht weiter. Plötzlich verändert sich alles. Das Licht wirkt grell, die Geräusche werden dröhnend laut, das Herz beginnt zu rasen und der Schweiß bricht aus. Ein einziger Gedanke hämmert im Kopf. „Ich muss hier raus, sonst kippe ich um.“ In meiner Praxis berichten mir Klienten oft von der großen Scham, die mit diesen Momenten einhergeht. Doch ich möchte Ihnen versichern, das, was Ihr Körper da tut, ist keine Fehlfunktion, für die Sie sich schämen müssen, sondern eine Alarmreaktion, die wir verstehen und beruhigen können. Der Blick nach außen statt nach innen In dem Moment, in dem die Panik aufsteigt, neigen wir fast automatisch dazu, unseren „inneren Scheinwerfer“ auf uns selbst zu richten. Wir horchen in den Körper hinein. Schlägt das Herz noch schneller? Werden die Knie weich? Doch genau diese angstvolle Selbstbeobachtung wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die Panik. Die Logotherapie bietet hier mit der Dereflexion eine wirkungsvolle Gegenstrategie an. Das bedeutet, die Aufmerksamkeit ganz bewusst von sich selbst weg und hin zu den Dingen in der Welt zu lenken. Wenn Sie die Unruhe spüren, versuchen Sie, Ihren Blick gezielt auf die Umgebung zu richten. Lesen Sie die Inhaltsstoffe auf der Cornflakes-Packung vor Ihnen. Zählen Sie die roten Gegenstände im Regal oder studieren Sie die Frisur der Person vor Ihnen im Detail. Den Kreislauf der Angst unterbrechen Indem Sie sich auf eine konkrete, neutrale Aufgabe im Außen konzentrieren, entziehen Sie der Angst die Energie. Unser Gehirn kann sich nur schwer auf zwei Dinge gleichzeitig fokussieren, wie auf die Panik und auf das genaue Lesen eines Etiketts. Es geht dabei nicht darum, die Angst zu verdrängen, sondern den Fokus zu verschieben. Sie bleiben handlungsfähig, indem Sie sich der Welt zuwenden, statt im Inneren zu versinken. Erlauben Sie sich in diesen Momenten auch kleine, hilfreiche Handlungen. Greifen Sie fest den Griff des Einkaufswagens, um den Bodenkontakt zu spüren, oder atmen Sie bewusst tief aus. Sagen Sie sich innerlich „Es ist unangenehm, aber es geht vorbei. Ich bleibe hier und kaufe meine Milch.“ Das Signal verstehen lernen Diese Erste-Hilfe-Strategien sind wertvolle Werkzeuge, um den Alltag wieder zu bewältigen und Rückzugsverhalten zu vermeiden. Doch eine Panikattacke ist meist mehr als nur ein körperliches Gewitter. Sie ist oft ein Wegweiser der Seele. Wenn der akute Sturm vorüber ist, lohnt es sich, in der Ruhe der therapeutischen Begegnung nach den Ursachen zu forschen. Wovor will mich die Angst vielleicht beschützen? Wo in meinem Leben ist mir etwas „zu eng“ geworden, sodass mir im Supermarkt die Luft wegbleibt? In der Praxis schauen wir uns nicht nur das Symptom an, sondern fragen nach dem Sinn dahinter. Denn wenn wir verstehen, was die Seele uns sagen möchte, muss sie nicht mehr so laut schreien.

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Panik, Angst
Klimanangst und Exo Anxiety

Sinn finden, wenn die Welt erdrückend wirkt

Die Last der Welt auf den eigenen Schultern Es gibt Momente, in denen sich die täglichen Nachrichten weniger wie reine Informationen und mehr wie ein schweres Gewicht auf unseren Schultern anfühlen. Waldbrände, Überschwemmungen, Hitzewellen – Klimaangst? Wenn wir uns tiefgreifende Sorgen um die Klimakrise, den Zustand unseres Planeten und die Zukunft machen, auf die wir zusteuern, sind wir damit nicht allein. Dieses bedrückende Gefühl der existenziellen Sorge, oft als „Eco-Anxiety“ oder Klimaangst bezeichnet, wird zu einer immer alltäglicheren Begleiterscheinung unserer Zeit. Für viele fühlt es sich an, als stünde man am Ufer und sähe einem herannahenden Sturm zu, ohne flüchten zu können. Klimaangst ist keine Störung – sie ist menschlich Wenn Klientinnen und Klienten mit diesem lähmenden Weltschmerz zu mir in die Praxis kommen, ist mein erster Impuls nicht, diesen Zustand zu pathologisieren. Die Angst vor einer realen, herannahenden Bedrohung ist keine Störung. Sie ist eine zutiefst menschliche, gesunde Reaktion. Sie zeigt, dass wir hinschauen, dass wir mitfühlend sind und die Verletzlichkeit unserer Umwelt erkennen. Der Philosoph Albrecht Glenn prägte den Begriff „Solastalgie“ für den Schmerz, den wir empfinden, wenn sich die vertraute Heimatwelt um uns herum unwiderruflich verändert. Dieser Schmerz ist der Preis für unsere Verbundenheit mit der Erde. Er darf sein. Die Lähmung der Ohnmacht verstehen Problematisch wird es erst, wenn diese Angst zu einem inneren Gefängnis wird, das den Alltag diktiert und die Lebensenergie raubt. Das schiere Ausmaß der globalen Krise führt bei vielen Menschen zu einer tiefen Ohnmacht. Wenn wir das Gefühl haben, als Einzelne ohnehin nichts ausrichten zu können, reagiert unsere Psyche oft mit Erstarrung oder Zynismus. Zynismus ist jedoch meist nur enttäuschte Hoffnung und ein Schutzpanzer gegen die Verzweiflung. In der Therapie schauen wir behutsam hinter diesen Panzer. Wir geben der Angst den Raum, den es braucht, damit sie den Menschen nicht länger unbewusst steuert. Zwischen Ohnmacht und innerer Freiheit In der Existenzanalyse und Logotherapie nach Viktor E. Frankl gehen wir davon aus, dass uns selbst angesichts von Umständen, die wir nicht im Alleingang kontrollieren können, immer ein Raum der inneren Freiheit bleibt. Frankl nannte dies die „Trotzmacht des Geistes“. Dennoch, wir können die globale Klimakrise nicht in einer psychotherapeutischen Sitzung lösen, aber wir können grundlegend verändern, wie wir uns zu ihr verhalten. Wir lernen also zu unterscheiden in was die unabänderlichen Fakten der Makro-Welt sind, und wo unser ganz persönlicher, mikrokosmischer Gestaltungsspielraum liegt. Perfektionismus loslassen, Sinn im Kleinen finden Ein großer Teil der Eco-Anxiety speist sich aus dem Druck, das Problem perfekt lösen zu müssen. Wer versucht, zu 100 Prozent klimaneutral zu leben, scheitert zwangsläufig an den systemischen Realitäten unserer Gesellschaft und bleibt frustriert zurück. Deshalb geht es nicht darum, im Alleingang die Welt zu retten. Es geht darum, das persönliche „Trotzdem-Ja zum Leben“ zu finden. Das bedeutet, kleine, wertebasierte Entscheidungen zu treffen, die persönlichen Sinn stiften, ohne sich von den Dingen, die außerhalb unserer Kontrolle liegen, aufzehren zu lassen. Wir erforschen, wie unsere Gefühle der Hilflosigkeit in sinnvolles, machbares Handeln verwandeln können. Trauer zulassen und neue Verbundenheit spüren Ein wesentlicher Schritt auf diesem Weg ist auch die Akzeptanz von Trauer. Es ist in Ordnung, um Tierarten, Landschaften oder eine unbeschwertere Vorstellung der Zukunft zu trauern. Wenn wir diese Trauer nicht länger wegdrücken, kann paradoxerweise eine neue, tiefere Verbundenheit zur Natur entstehen. Anstatt in die ständige Zukunftsangst abzudriften, üben wir, uns wieder im Hier und Jetzt zu verankern, etwa bei einem Spaziergang im Wald, wo wir nicht an die Rodung denken, sondern die Kraft des Baumes im jetzigen Moment spüren. Der erste Schritt in die Zukunft Wir sollten unsere mentale Gesundheit schützen, ohne die Augen vor der Realität zu verschließen. So wird es wieder möglich, ein Leben im Einklang mit unseren Werten zu führen, selbst wenn draußen der Sturm tobt. Es kann herausfordernd sein, mit dieser existenziellen Angst umzugehen. Gerne begleite ich Sie auf einem Stück dieses Weges.  

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Sinn, Angst
Blog - Wenn die Furcht vor der Angst regiert - Ein Schattenwolf

Wenn die Furcht vor der Angst regiert – Ein überraschender Weg aus der Enge

Es ist ein Phänomen, das viele Menschen kennen, auch wenn sie selten darüber sprechen. Oft ist es gar nicht die eigentliche Situation, wie der Vortrag, die U-Bahn-Fahrt oder das volle Wartezimmer, die uns die Kehle zuschnürt. Es ist vielmehr die Angst davor, dass die Angst kommen könnte. Wir fürchten uns vor dem Erröten, dem Zittern, dem Schwitzen oder der Panikattacke selbst. In der Logotherapie nennen wir dies die „Erwartungsangst“. Es entsteht ein Teufelskreis. Weil wir so angestrengt versuchen, ruhig zu bleiben und die Symptome zu vermeiden, verkrampfen wir uns innerlich erst recht. Wir beobachten uns selbst mit Argusaugen, und genau diese fixierte Aufmerksamkeit holt das gefürchtete Übel erst hervor. Doch es gibt einen Weg, diesen Knoten zu lösen. Er erfordert ein wenig Mut und eine Prise Humor. Den Spieß einfach umdrehen Die Logotherapie hat für diesen Mechanismus mit der Paradoxen Intention eine geniale, wenn auch auf den ersten Blick verblüffende Methode entwickelt. Normalerweise tun wir alles, um der Angst zu entfliehen. Wir kämpfen gegen sie an oder vermeiden die Auslöser. Die Logotherapie schlägt nun vor, genau das Gegenteil zu tun. Statt vor der Angst davonzulaufen, laden wir sie ein. Wir gehen in die Offensive. Das klingt zunächst widersinnig, doch das Prinzip dahinter ist einleuchtend. Man kann nicht gleichzeitig vor etwas davonlaufen und darauf zugehen. Wenn wir aufhören, das Symptom zu bekämpfen, und es stattdessen für einen Moment sogar übertrieben herbeiwünschen, nehmen wir der Angst den Wind aus den Segeln. Mit Humor gegen die Ohnmacht Ein Beispiel verdeutlicht, wie das in der Praxis aussehen kann. Wer Angst hat, in einer Besprechung zu zittern, versucht meist krampfhaft, die Hände ruhig zu halten und zittert dadurch erst recht. Die paradoxe Antwort wäre der innere Entschluss „Heute zeige ich den Kollegen einmal, wie toll ich zittern kann! Ich werde rütteln wie ein Presslufthammer.“ Oder wer fürchtet zu erröten, könnte sich sagen „Heute werde ich so rot, dass ich der Feuerwehr Konkurrenz mache.“ Das mag albern klingen und genau das ist der Punkt. Die Angst ist ein sehr ernster, humorloser Geselle. Indem wir ihr mit Witz und Übertreibung begegnen, distanzieren wir uns von ihr. Wir nutzen unsere menschliche Fähigkeit zur Selbstdistanzierung und stellen uns über das Symptom, statt darunter zu leiden. Ein Übungsfeld in geschütztem Rahmen Natürlich erfordert es Überwindung, der Angst auf diese Weise frech ins Gesicht zu lachen, besonders wenn der Leidensdruck hoch ist. Es ist eine Technik, die wir in der Praxis behutsam und Schritt für Schritt einüben. Es geht nicht darum, sich über das eigene Leid lustig zu machen, sondern darum, die „Trotzmacht des Geistes“ zu aktivieren. Wir lernen gemeinsam, die Fixierung auf das Symptom zu lockern. Wenn Sie aufhören, die Angst um jeden Preis vermeiden zu wollen, verliert sie ihre Bedrohlichkeit. Sie werden erleben, dass der gefürchtete Sturm oft gar nicht aufzieht, wenn Sie die Fenster weit öffnen und ihn hereinbitten. Sie holen sich damit die Kontrolle zurück. Nicht durch Verbissenheit, sondern durch eine spielerische Souveränität.

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Angst

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tHeranaut.at

Praxis für Psychotherapie in Wien 1010 – zentral erreichbar im ersten Bezirk

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