Es „Richtig-Machen-müssen“?

Der Zwang es Richtig-zu-Machen nimmt die Lebensfreude! Es ist nur eine Winzigkeit im Alltag: Ein unbedachtes Wort im Gespräch mit der Partnerin, ein Flüchtigkeitsfehler in einer wichtigen E-Mail oder eine falsche Abzweigung im dichten Stadtverkehr. Doch in Sekundenbruchteilen schlägt die innere Dynamik unbarmherzig zu. Eine Welle von quälenden Schuldgefühlen und harter Selbstkritik bricht über uns herein. Die Stimme im Kopf rezitiert eine endlose Liste dessen, was wir stattdessen hätten tun, sagen oder bedenken müssen. Eine neue Fehlerkultur für die Seele Viele Patientinnen und Patienten kommen mit einer ganz spezifischen Erwartungshaltung in die psychotherapeutische Praxis: Sie wollen diesen inneren Kritiker am liebsten mechanisch stummschalten lassen, um im Alltag wieder reibungslos, fehlerfrei und ohne seelische Reibungsverluste zu „funktionieren“. Der Wunsch, durch absolutes Richtig-Machen jegliche Angriffsfläche und jedes Risiko zu eliminieren, ist zutiefst verständlich. Doch der Mensch ist keine fehlerfreie Maschine – und das Leben kein mathematisches Programm, das sich ohne Abweichungen verwalten lässt. Das Diktat der Fehlerlosigkeit Der unerbittliche Zwang, in jeder Lebenslage das absolut Richtige zu tun, wird gesellschaftlich oft fälschlicherweise als hoher moralischer Anspruch oder als Ausdruck besonderer Gewissenhaftigkeit gelobt. In der psychologischen Realität erweist sich dieser Perfektionsdrang jedoch meist als ein erschöpfender Schutzmechanismus der Psyche. Er entspringt der tiefen, oft unbewussten Angst vor Ablehnung, Wertlosigkeit oder Kontrollverlust. Schuldgefühle sind verzerrte Schutzschilde Wenn wir uns nach einem Fehler mit chronischen Schuldgefühlen bestrafen, ist das kein Zeichen von gesundem Verantwortungsbewusstsein, sondern ein Defekt in unserer Selbstbeziehung. Die Warnleuchten des Systems laufen heiß, weil wir versuchen, ein unmenschliches Ideal zu erfüllen. Wer jede Fehlentscheidung als unverzeihliche Katastrophe verbucht, blockiert die eigene emotionale Weiterentwicklung und verharrt in einer permanenten, lähmenden Habachtstellung. Der lernfähige Kern In der Existenzanalyse nach Viktor Frankl blicken wir mit einer radikal entlastenden und wertschätzenden Haltung auf das menschliche Scheitern: Der Mensch ist per se nicht fehlerfrei, aber er ist zutiefst lernfähig. Und noch viel wichtiger: Der innerste, gesunde Kern Ihrer Person bleibt von jedem Fehler, jedem Fehltritt und jeder Fehlentscheidung der Vergangenheit vollkommen unberührt und intakt. Sie sind nicht kaputt oder mangelhaft, nur weil Sie eine falsche Entscheidung getroffen haben. Schuld in Entwicklung verwandeln Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten arbeiten daher nicht als Reparaturinstanz, die Sie rational so umprogrammiert, dass Fehler unmöglich werden. Wir verstehen uns als verlässliche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter auf Augenhöhe. In der Therapie schaffen wir einen geschützten, absolut bewertungsfreien Raum, um die Rüstung des unfehlbaren Funktionierens abzulegen. Wir reparieren nichts an Ihnen, sondern legen gemeinsam Ihren inhärenten Wert frei, der unabhängig von Ihren Leistungen existiert. Die Kunst der Selbstvergebung Der Ausstieg aus dem zermürbenden Zwang des Richtig-Machens führt über die Reaktivierung Ihrer eigenen Selbstwirksamkeit. Wahre Verantwortung zeigt sich nicht im passiven, chronischen Erdulden von Selbstvorwürfen, sondern im mutigen Akt der Selbstvergebung. Sich selbst zu verzeihen bedeutet nicht, Fehltritte zu verharmlosen, sondern die eigene menschliche Unvollkommenheit anzunehmen und den Fehler als wertvolle Ressource für die Zukunft zu begreifen. Vom passiven Bereuen zum aktiven Gestalten In der gemeinsamen therapeutischen Entdeckungsreise lernen Klientinnen und Klienten, eine liebevolle „Fehlerkultur für die Seele“ zu etablieren. Sie gewinnen die Freiheit zurück, das Leben als einen offenen Lernprozess zu betrachten. Indem Sie den permanenten Erwartungsdruck senken, gewinnen Sie die Autorenschaft über Ihr Handeln zurück und beginnen, Ihr Dasein wieder mutig, kreativ und voller Lebendigkeit aktiv selbst zu gestalten.

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Erwartungen, Vertrauen

Das belauschte Herz?

Hineinhorchen in den Körper eine Qual? Ein kurzes Stechen in der Brust, ein unregelmäßiger Pulsschlag oder ein winziges Ziehen im Bauch. Im Grunde sind das völlig normale Lebenszeichen eines lebendigen Organismus. Doch für Menschen, die unter einer ausgeprägten Krankheitsangst (Hypochondrie) leiden, verwandeln sich diese minimalen Reize sofort in handfeste Katastrophenszenarien. Der Alltag wird zu einem permanenten, zutiefst erschöpfenden Kontrollgang. Selbst-Transzendenz entmachtet Krankheitsangst Jede Sekunde wird in das eigene Innenleben hineingehorcht, der Puls gefühlt und nach vermeintlichen Symptomen gesucht. Der dahinterstehende Wunsch ist absolut verständlich. Es ist die Sehnsucht nach totaler Sicherheit und die Hoffnung, durch lückenlose Überwachung jede Bedrohung rasch „wegzumachen“, um im Alltag wieder reibungslos zu funktionieren. Doch das Paradoxon der Krankheitsangst zeigt sich schnell. Je intensiver wir den eigenen Körper belauschen, desto lauter, unruhiger und bedrohlicher antwortet er uns. Der Fokus engt ein Krankheitsangst wird gesellschaftlich oft fälschlicherweise belächelt oder als reine Einbildung abgetan. Dabei ist das zwanghafte Überprüfen von Körperfunktionen kein Defekt und kein Zeichen von Schwäche, sondern ein hochfunktionaler, wenn auch fehlgeleiteter Schutzmechanismus. Die Psyche versucht verzweifelt, die Unberechenbarkeit des Lebens und die fundamentale menschliche Vergänglichkeit durch absolute Kontrolle zu bewältigen. Sicherheits­bedürfnisse werden verzerrt Das Symptom, die quälende Angst vor einer schweren Erkrankung, ist die lautstarke Warnleuchte Ihres Systems. Sie zeigt Ihnen unmissverständlich an, dass sich die Aufmerksamkeit vollständig im Kreis dreht und der gesunde Bezug zur Welt blockiert ist. Wer versucht, diese Angst durch noch mehr Arztbesuche oder endlose Google-Recherchen stummzuschalten, löst das Problem nicht. Er füttert die Angstspirale nur mit neuer Nahrung. Der intakte Kern In der Existenzanalyse blicken wir mit einer tief entlastenden Gewissheit auf den Menschen: Der innerste, gesunde Kern Ihrer Person bleibt immer unzerstörbar und intakt – völlig unabhängig davon, wie intensiv die Angst Ihre Gedanken gefangen hält oder wie stark Ihr Herz vor Sorge rast. Sie sind nicht kaputt. Entlastung jenseits des Pulsschlags Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten arbeiten daher nicht wie Mechaniker, die ein vermeintlich defektes Rädchen reparieren müssen, um Ihren Körper wieder künstlich „stumm“ zu schalten. Wir verstehen uns als verlässliche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter auf Augenhöhe. In der Therapie schaffen wir einen geschützten, bewertungsfreien Raum, in dem Sie die schwere Rüstung der permanenten Selbstüberwachung Schicht für Schicht ablegen dürfen. Wir reparieren nichts an Ihnen, sondern legen gemeinsam die blockierten Ressourcen wieder frei, damit Ihr gesunder Kern wieder frei atmen kann. Hin zur Welt Der logotherapeutische Weg aus der Krankheitsangst führt nicht über das passive Erdulden der Angst, sondern über ein geniales menschliches Werkzeug, das Viktor Frankl als Selbst-Transzendenz bezeichnete. Es ist die Fähigkeit, den Fokus bewusst von sich selbst, den eigenen Sorgen und dem eigenen Pulsschlag wegzulenken – hin zu einer sinnvollen Aufgabe, zu persönlichen Werten, zu den Mitmenschen und der Schönheit der Welt im Außen. Die Lebensfreude reaktivieren Solange die Aufmerksamkeit exklusiv auf das organische Innenleben starrt, bleibt das Leben draußen ungelebt. In der gemeinsamen therapeutischen Entdeckungsreise lernen Klientinnen und Klienten, ihre Selbstwirksamkeit zurückzugewinnen. Indem Sie der Welt wieder antworten, anstatt nur Ihren Körper zu belauschen, entziehen Sie der Angst schrittweise das Fundament. Es ist der Beginn eines authentischen Neubeginns, bei dem Sie Ihr Dasein nicht mehr ängstlich überwachen, sondern wieder mutig aktiv gestalten.

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Angst, Vertrauen

Das Fundament der Heilung ist Beziehung!

Beziehung ist entscheidend! Wenn wir eine Bergsteigerin oder einen Bergführer für eine anspruchsvolle Expedition auswählen, studieren wir im Vorfeld vielleicht akribisch deren Zertifikate und Ausbildungen. Doch im selben Moment, in dem wir am Seil mitten in der steilen Felswand hängen, zählt plötzlich etwas völlig anderes: Vertrauen. Wir müssen uns menschlich sicher, verstanden und gehalten fühlen. Überraschenderweise gehen viele Patientinnen und Patienten bei der Suche nach einer Psychotherapie zunächst rein rational vor. Wichtiger als jede Methode Sie wälzen komplexe Fachbegriffe, vergleichen theoretische Schulen und suchen nach der einen „perfekten Technik“, die ihre Probleme rasch und schmerzlos repariert. Der Wunsch, durch eine rein methodische Herangehensweise im Alltag schnell wieder voll zu „funktionieren“, ist zutiefst verständlich. Doch die weltweite Psychotherapieforschung zeigt seit Jahrzehnten ein eindeutiges, wissenschaftlich belegtes Bild: Es ist nicht die theoretische Schule, die primär über den Heilungserfolg entscheidet, sondern die menschliche Chemie zwischen Therapeutin oder Therapeut und der Person auf dem gegenüberliegenden Sessel. Reframing des Symptoms Wenn wir im Erstgespräch eine leise Unsicherheit spüren oder uns insgeheim fragen, ob wir uns diesem fremden Menschen wirklich ganz öffnen können, wird das oft als störende Blockade oder gar als eigenes Defizit missverstanden. Man denkt: „Ich bin einfach zu misstrauisch“ oder „Ich kann mich nicht richtig darauf einlassen“. Doch dieses Zögern oder Abwägen ist kein Symptom mangelnder Kooperationsbereitschaft. Das Bauchgefühl als präziser innerer Wegweiser In der Existenzanalyse verstehen wir Ihr Bauchgefühl als eine hochfunktionale, gesunde Resonanzfähigkeit Ihres gesamten Wesens. Es ist ein vitales Signal Ihres inneren Systems, das eigenständig prüft, ob der angebotene Raum sicher genug ist, um verletzliche Seiten schützend freizugeben. Dieses „Ausprobieren“ des Gegenübers im Erstgespräch ist kein lästiges Hindernis, sondern ein wertvoller Schutzmechanismus. Wenn die Chemie nicht sofort stimmt, ist das kein Fehler an Ihnen. Es zeigt lediglich, dass dieser spezifische Resonanzraum noch nicht der richtige für Ihre seelischen Themen ist. Die therapeutische Haltung Ein weit verbreiteter Irrtum ist die Erwartung, eine Psychotherapeutin oder ein Psychotherapeut müsse wie eine Art seelischer Mechaniker mit dem passenden Werkzeugkasten (der Methode) hantieren, um ein defektes Rädchen im System wieder geradezurichten. In der Existenzanalyse arbeiten wir mit einer gänzlich anderen, zutiefst wertschätzenden Haltung: Der innerste, gesunde Kern des Menschen bleibt immer unzerstörbar und intakt, ganz gleich, wie schwer die aktuelle Krise, die Angst oder die Depression auch wiegen mag. Echte Begegnung statt Reparatur­auftrag Eine therapeutische Methode ist niemals ein Allheilmittel, das einer passiven Person übergestülpt wird. Sie ist lediglich das stützende Geländer. Die eigentliche Heilung geschieht in der echten, unverfälschten Begegnung von Mensch zu Mensch. Wir Therapeutinnen und Therapeuten sind keine allwissenden Experten, die ein starres Programm abspulen, sondern verlässliche Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter auf Augenhöhe. Erst in einem von echtem Vertrauen getragenen Beziehungsraum kann sich Ihr gesunder Kern wieder frei entfalten. Aktiv gestalten Das Erstgespräch ist kein einseitiges Prüfungsverfahren, dem Sie sich als Bittsteller passiv unterziehen müssen. Im Gegenteil: Es ist Ihr persönlicher, freier Raum zum Erkunden. Sie dürfen und sollen Ihre Therapeutin oder Ihren Therapeuten ganz bewusst „ausprobieren“. Zu spüren, dass Sie die absolute Freiheit haben, „Ja“ oder „Nein“ zu dieser spezifischen menschlichen Verbindung zu sagen, ist der allererste, fundamentale Schritt zurück in Ihre eigene Selbstwirksamkeit. Der erste Schritt zur Selbstwirksamkeit Therapie bedeutet nicht, eine Behandlung über sich ergehen zu lassen, sondern eine gemeinsame Entdeckungsreise aktiv mitzugestalten. Wenn Sie im Erstgespräch ein echtes Geführtsein und ein tiefes Gefühl von Stimmigkeit erleben, legt dieses tragfähige Fundament die Basis für einen authentischen Neubeginn. Vertrauen ist kein glücklicher Zufall, sondern der bewusst gewählte Anfang eines gelingenden Wachstumsprozesses.

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Therapiebeginn, Vertrauen

(Keine) Angst vor dem Unbekannten?!

Im Erstgespräch ankommen! Der Weg zum ersten Erstgespräch in der Therapie ist für viele Menschen der schwierigste. Man steht vor der Tür der Praxis, der Finger schwebt über der Klingel, und das Herz klopft oft bis zum Hals. Tausend Fragen gehen einem durch den Kopf: „Was, wenn ich kein Wort herausbringe?“, „Muss ich sofort mein ganzes Leben erzählen?“ oder „Was denkt der Therapeut über mich?“ Diese Nervosität ist vollkommen normal. Sie ist ein Zeichen dafür, dass Ihnen Ihr Wohlbefinden wichtig ist und Sie sich auf etwas Neues einlassen. Um Ihnen diesen Schritt etwas zu erleichtern, möchte ich Ihnen gerne erzählen, was hinter meiner Tür tatsächlich passiert und vor allem, was nicht passiert. Therapie? Das Wichtigste vorweg. Das Erstgespräch ist kein Verhör und keine Prüfung. Sie müssen keine Leistung erbringen. Wenn Sie den Raum betreten, geht es im ersten Moment nur darum, anzukommen und durchzuatmen. Ein Raum um Anzukommen Ich weiß, dass Sie wahrscheinlich aufgeregt sind, und das darf auch so sein. Wir nehmen uns Zeit, damit Sie sich mit der Umgebung vertraut machen können. Es gibt hier keinen Zeitdruck, sofort „zur Sache“ kommen zu müssen. Erzählen? Eine große Sorge vieler Klienten ist, dass sie ihre gesamte Lebensgeschichte in 50 Minuten packen müssen oder dass sie nicht wissen, wo sie anfangen sollen. Seien Sie beruhigt. Ich führe Sie durch unser Gespräch. Ich werde Ihnen Fragen stellen, die es Ihnen leicht machen, zu erzählen, was Sie gerade bewegt. Nicht alles auf einmal Es ist völlig in Ordnung, wenn Sie Dinge erst einmal weglassen oder wenn Ihnen zwischendurch die Worte fehlen. Schweigen ist kein Fehler im System, sondern oft ein wichtiger Moment des Nachspürens. Wir schauen gemeinsam auf das, was jetzt gerade im Vordergrund steht. Alles andere hat Zeit. Der Chemie-Check Natürlich sprechen wir auch über Organisatorisches. Transparenz ist mir wichtig, deshalb klären wir ganz offen die Rahmenbedingungen. Wie oft sehen wir uns? Was kostet es? Wie sind die Absageregelungen? Es soll keine offenen Fragen oder versteckten Hürden geben. Im Rahmen bleiben Viel entscheidender als die Bürokratie ist aber Ihr Bauchgefühl. Die Forschung zeigt, dass die Beziehung zwischen Klienten und Therapeut einer der wichtigsten Wirkfaktoren ist. Das Erstgespräch dient also vor allem dazu, dass wir beide herausfinden „Passt das?“ Fühlen Sie sich hier sicher? Haben Sie den Eindruck, dass ich Sie verstehe? Sie müssen sich nicht sofort entscheiden, aber Sie werden spüren, ob die Chemie stimmt. Ein Anfang, kein Urteil Wenn Sie die Praxis nach dieser ersten Stunde verlassen, fühlen sich die meisten Menschen erleichtert. Die „Black Box“ ist geöffnet, das Unbekannte hat ein Gesicht bekommen. Sie gehen nicht mit einer fertigen Lösung nach Hause, aber mit der Gewissheit, dass Sie mit Ihren Themen nicht mehr allein sind. Und das ist oft schon der wichtigste Schritt der gesamten Therapie.

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Therapiebeginn, Erwartungen, Vertrauen

Sicherheit oder Freiheit?

Kontrolle loslassen! Wir Menschen sind Meister im Absichern. Wir schließen Versicherungen ab, planen unsere Karrieren Jahre im Voraus und versuchen, Risiken so weit wie möglich zu minimieren. Dieses Streben nach Sicherheit ist verständlich und zutiefst menschlich. Es gibt uns ein Gefühl von Halt in einer oft unübersichtlichen Welt. Doch in meiner Praxis erlebe ich oft, dass dieses Sicherheitsbedürfnis zu einem goldenen Käfig werden kann. Besonders dann, wenn die Furcht vor der Angst beginnt, das Handeln zu regieren. Wenn der Wunsch nach Kontrolle übermächtig wird, ersticken wir langsam unsere eigene Lebendigkeit. In der Existenzanalyse stehen wir vor einer paradoxen Wahrheit. Wer versucht, das Leben vollkommen sicher zu machen, verliert dabei oft das eigentliche Leben, denn Leben bedeutet immer auch Risiko, Veränderung und Unvorhersehbarkeit. Die Illusion Wir leben in einer Kultur, die uns suggeriert, alles sei machbar und kontrollierbar, wenn wir uns nur genug anstrengen. Doch das ist eine Illusion der Kontrolle. Weder unsere Gesundheit, noch unsere Beziehungen oder unsere berufliche Zukunft lassen sich vollständig in Excel-Tabellen pressen. Der Versuch, absolute Kontrolle zu erlangen, kostet uns nicht nur unendlich viel Kraft, er engt auch unseren Blick ein. Es ist machbar Wir starren so gebannt auf mögliche Gefahren, dass wir die Chancen am Wegesrand übersehen. Wer sich gegen das Unvorhergesehene abschottet, sperrt auch das Schöne aus: die spontane Begegnung, die überraschende Wendung, das Neue, das nur durch die „Lücke“ im Plan zu uns kommen kann. Mut zur Lücke… Der Gegenpol zur starren Kontrolle ist nicht Leichtsinn, sondern Vertrauen. Es ist der „Mut zur Lücke“. Der Mut, nicht alles wissen und regeln zu müssen. In der therapeutischen Arbeit geht es oft darum, dieses Urvertrauen wiederzuentdecken. Es bedeutet, die innere Haltung zu entwickeln „Ich weiß nicht, was auf mich zukommt, aber ich traue mir zu, damit umzugehen, wenn es da ist.“ … und zum Vertrauen Anstatt Energie darauf zu verwenden, die Wellen des Lebens glätten zu wollen, lernen wir lieber, das Surfen zu üben. Diese Haltung schenkt uns eine enorme innere Freiheit. Wir müssen nicht mehr der Wachmann unseres eigenen Lebens sein, sondern dürfen wieder zum Entdecker werden. Sicherheit finden… Wenn wir die Sicherheit im Außen durch Kontrolle und Garantien ein Stück weit loslassen, müssen wir sie woanders finden, idealerweise in uns selbst. Das ist der Kern der logotherapeutischen Arbeit. … in sich selbst Wir stärken Ihre inneren Ressourcen, Ihre Werte und Ihre „Trotzmacht“, damit Sie sich selbst genug Halt geben können, auch wenn das Leben um Sie herum wackelt. Kontrolle loslassen Wahre Sicherheit entsteht nicht durch die Abwesenheit von Gefahr, sondern durch das Wissen um die eigene Widerstandskraft und die Bindung an das, was Ihnen wertvoll ist. Wir üben gemeinsam, das Ungewisse nicht als Bedrohung, sondern als offenen Raum für Gestaltung zu betrachten. Es ist eine Einladung, die Zügel etwas lockerer zu lassen und zu spüren, wie das Leben wieder zu atmen beginnt.

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Vertrauen, Angst, Freiheit

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Praxis für Psychotherapie in Wien 1010 – zentral erreichbar im ersten Bezirk

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