Blog - Wenn die Furcht vor der Angst regiert - Ein Schattenwolf

Die Furcht vor der Angst regiert?

Wege erkennen! Es ist ein Phänomen, das viele Menschen kennen, auch wenn sie selten darüber sprechen. Oft ist es gar nicht die eigentliche Situation, wie der Vortrag, die U-Bahn-Fahrt oder das volle Wartezimmer, die uns die Kehle zuschnürt. Es ist vielmehr die Angst davor, dass die Angst kommen könnte. Wir fürchten uns vor dem Erröten, dem Zittern, dem Schwitzen oder der Panikattacke selbst. In der Logotherapie nennen wir dies die „Erwartungsangst“. Es entsteht ein Teufelskreis. Weil wir so angestrengt versuchen, ruhig zu bleiben und die Symptome zu vermeiden, verkrampfen wir uns innerlich erst recht. Wir beobachten uns selbst mit Argusaugen, und genau diese fixierte Aufmerksamkeit holt das gefürchtete Übel erst hervor. Doch es gibt einen Weg, diesen Knoten zu lösen. Er erfordert ein wenig Mut und eine Prise Humor. Den Spieß einfach umdrehen Die Logotherapie hat für diesen Mechanismus mit der Paradoxen Intention eine geniale, wenn auch auf den ersten Blick verblüffende Methode entwickelt. Normalerweise tun wir alles, um der Angst zu entfliehen. Wir kämpfen gegen sie an oder vermeiden die Auslöser. Die Logotherapie schlägt nun vor, genau das Gegenteil zu tun. Statt vor der Angst davonzulaufen, laden wir sie ein. Wir gehen in die Offensive. Das klingt zunächst widersinnig, doch das Prinzip dahinter ist einleuchtend. Man kann nicht gleichzeitig vor etwas davonlaufen und darauf zugehen. Wenn wir aufhören, das Symptom zu bekämpfen, und es stattdessen für einen Moment sogar übertrieben herbeiwünschen, nehmen wir der Angst den Wind aus den Segeln. Mit Humor gegen die Ohnmacht Ein Beispiel verdeutlicht, wie das in der Praxis aussehen kann. Wer Angst hat, in einer Besprechung zu zittern, versucht meist krampfhaft, die Hände ruhig zu halten und zittert dadurch erst recht. Die paradoxe Antwort wäre der innere Entschluss „Heute zeige ich den Kollegen einmal, wie toll ich zittern kann! Ich werde rütteln wie ein Presslufthammer.“ Oder wer fürchtet zu erröten, könnte sich sagen „Heute werde ich so rot, dass ich der Feuerwehr Konkurrenz mache.“ Das mag albern klingen und genau das ist der Punkt. Die Angst ist ein sehr ernster, humorloser Geselle. Indem wir ihr mit Witz und Übertreibung begegnen, distanzieren wir uns von ihr. Wir nutzen unsere menschliche Fähigkeit zur Selbstdistanzierung und stellen uns über das Symptom, statt darunter zu leiden. Ein Übungsfeld… Natürlich erfordert es Überwindung, der Angst auf diese Weise frech ins Gesicht zu lachen, besonders wenn der Leidensdruck hoch ist. Es ist eine Technik, die wir in der Praxis behutsam und Schritt für Schritt einüben. Es geht nicht darum, sich über das eigene Leid lustig zu machen, sondern darum, die „Trotzmacht des Geistes“ zu aktivieren. Wir lernen gemeinsam, die Fixierung auf das Symptom zu lockern. … in geschütztem Rahmen Wenn Sie aufhören, die Angst um jeden Preis vermeiden zu wollen, verliert sie ihre Bedrohlichkeit. Sie werden erleben, dass der gefürchtete Sturm oft gar nicht aufzieht, wenn Sie die Fenster weit öffnen und ihn hereinbitten. Sie holen sich damit die Kontrolle zurück. Nicht durch Verbissenheit, sondern durch eine spielerische Souveränität.

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Angst, Entscheiden

Der innere Tyrann dominiert?

Zwänge diktieren den Alltag? Es beginnt oft schleichend und harmlos. Man kontrolliert ein zweites Mal, ob die Haustür wirklich verschlossen ist. Man wäscht sich die Hände etwas gründlicher als nötig. Doch für viele Menschen wird aus dieser Vorsicht im Laufe der Zeit ein unsichtbares Gefängnis. Wenn Zwänge das Ruder übernehmen, fühlt sich das Leben nicht mehr frei an, sondern diktiert. Ein innerer Tyrann scheint ständig Befehle zu geben. „Zähl das noch einmal!“, „Fass das nicht an!“, „Denk bloß nicht diesen Gedanken!“. In meiner Praxis begegne ich Menschen, die unter dieser Herrschaft leiden und oft viel Kraft aufwenden, um gegen diese Impulse anzukämpfen und ihre Zwänge zu überwinden. In der Logotherapie versuchen wir, die Funktion dieser Zwänge zu verstehen, um ihnen anschließend die Macht zu entziehen. Ein Bemühen um Sicherheit… Wenn wir hinter die Kulissen des Zwangs blicken, entdecken wir fast immer eine tiefe Sehnsucht nach Sicherheit. Das Leben ist von Natur aus unsicher und voller Risiken. Wir können nie zu hundert Prozent garantieren, dass kein Unglück geschieht. Für manche Menschen ist diese unvermeidbare Ungewissheit jedoch kaum auszuhalten. … ist trügerisch Der Zwang bietet hier eine scheinbare Lösung an. Er verspricht, dass alles gut wird, solange man sich nur strikt an bestimmte Rituale hält. Der Zwang ist also eigentlich kein Feind, sondern ein, wenn auch missglückter, Versuch der Seele, mit der Angst vor dem Unvorhersehbaren umzugehen. Er ist der Versuch, absolute Kontrolle in einer Welt zu erlangen, die sich nicht kontrollieren lässt. Der Kampf gegen die Gedanken  Das Tückische am Zwang ist seine Dynamik. Je mehr wir versuchen, die drängenden Gedanken zu unterdrücken oder gegen sie zu argumentieren, desto lauter werden sie. Es ist, als würde man versuchen, eine sprudelnde Quelle mit der bloßen Hand zuzuhalten. Dabei wird der Druck nur größer. In der Logotherapie wählen wir daher oft einen anderen Weg. Statt mit dem „inneren Tyrannen“ zu diskutieren, lernen wir, ihn mit einer gewissen Distanz zu betrachten. Wir nutzen die „Trotzmacht des Geistes“, um uns nicht mehr bedingungslos von der Angst erpressen zu lassen. Wir erkennen an: „Da ist wieder dieser Gedanke, der mir Angst machen will.“ Aber wir müssen ihm nicht gehorchen. Zwänge überwinden Der Weg aus dem Zwang führt oft über das Zulassen von kleinen Unsicherheiten. Es ist das Wagnis, dem Leben wieder ein Stück weit zu vertrauen, ohne für alles eine Garantie zu haben. Das bedeutet, dem inneren Tyrannen Schritt für Schritt den Gehorsam zu verweigern. Vielleicht waschen wir die Hände einmal nicht sofort, sondern erst nach einer Minute. Vielleicht lassen wir eine kleine Unordnung bewusst zu. Mut zur Lücke wagen  In meiner Praxis üben wir gemeinsam diesen humorvollen und mutigen Widerstand. Wir lernen, über den pedantischen Tyrannen im Kopf vielleicht sogar ein wenig zu schmunzeln, anstatt vor ihm zu zittern. Denn wer gelernt hat, mit der Unvollkommenheit und dem Restrisiko des Lebens Frieden zu schließen, braucht die falsche Sicherheit des Zwangs nicht mehr.  

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Zwang, Angst, Panik

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Praxis für Psychotherapie in Wien 1010 – zentral erreichbar im ersten Bezirk

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