Die Qual der Wahl – Wie wir Entscheidungen treffen, zu denen wir wirklich stehen können

Wir leben in einer Welt der unbegrenzten Möglichkeiten. Was auf den ersten Blick wie eine große Freiheit wirkt, entpuppt sich im Alltag oft als Last. Sei es die Wahl des Berufsweges, Fragen in der Partnerschaft oder scheinbar banale Alltagsentscheidungen. Oft stehen wir vor einer Gabelung, fühlen uns wie gelähmt und wissen nicht, wie wir schwere Entscheidungen treffen sollen. Wir wägen ab, schreiben Pro-und-Contra-Listen und zerbrechen uns den Kopf. Doch kennen Sie das Gefühl, wenn eine Entscheidung rein rational absolut sinnvoll erscheint, sich aber im Magen dennoch wie ein schwerer Stein anfühlt?

In der Existenzanalyse und Logotherapie gehen wir davon aus, dass eine „gute“ Entscheidung mehr braucht als nur logische Argumente. Sie braucht unser „inneres Ja“, unsere volle Zustimmung.

Schwere Entscheidungen treffen ist mehr als nur Kopfsache: Die Suche nach der Stimmigkeit

Oft treffen wir Entscheidungen aus einem Pflichtgefühl heraus oder weil wir Erwartungen erfüllen wollen. Wir funktionieren, aber wir leben nicht. Eine Entscheidung, die nur im Kopf getroffen wird, lässt uns oft seltsam unbeteiligt oder innerlich zerrissen zurück.

Das Ziel in der therapeutischen Arbeit ist es, zu einer sogenannten existenziellen Entscheidung zu finden. Das bedeutet, dass wir eine Wahl treffen, die „stimmig“ ist. Stimmigkeit entsteht dann, wenn das, was der Verstand als richtig erkennt, mit dem übereinstimmt, was das Herz als wertvoll empfindet. Es ist der Moment, in dem wir spüren „Ja, das bin ich. Das entspricht mir, auch wenn es vielleicht anstrengend wird.“

Das Spüren ernst nehmen

Um dieses innere Ja zu finden, müssen wir lernen, wieder auf unsere leiseren Töne zu hören. Viele Menschen haben verlernt, ihre emotionalen Reaktionen als wertvollen Kompass zu nutzen. Dabei meldet sich unser „Gespür“ oft sehr präzise, lange bevor der Verstand Argumente gefunden hat.

In meiner Praxis lade ich Sie ein, Entscheidungen probehalber zu durchleben. Wie fühlt es sich körperlich an, wenn Sie sich innerlich für Weg A entscheiden? Wird es weit und leicht, oder eng und schwer? Dieses Spüren ist keine Laune, sondern die Art und Weise, wie sich Ihre Werte bemerkbar machen. Wir versuchen, den Dialog zwischen Ihrem Verstand, der die Fakten prüft, und Ihrem Gefühl, das den Wert prüft, wieder in Gang zu bringen.

Der Mut zum Verzicht

Jede Entscheidung ist immer auch ein Abschied. Das Wort „entscheiden“ trägt das „Scheiden“ schon in sich. Wenn ich Ja zu einer Sache sage, muss ich Nein zu vielen anderen Möglichkeiten sagen. Dieser Verzicht macht oft Angst. Doch wer versucht, sich alle Türen offen zu halten, bleibt am Ende im Flur stehen und lebt gar nicht.

Das Paradoxe dabei ist, dass, sobald wir eine Entscheidung mit innerer Zustimmung treffen, der Verzicht seinen Schrecken verliert . Wir trauern den anderen Optionen nicht mehr hinterher, weil wir spüren, dass der gewählte Weg unser Weg ist.

Begleitung zur Klarheit

Es ist nicht immer leicht, die eigene Stimme im Lärm der fremden Meinungen und Ängste zu hören. Manchmal sind unsere inneren Antennen durch alte Muster oder Erwartungen verstellt. Als Ihr Begleiter unterstütze ich Sie dabei, diesen Nebel zu lichten. Wir sortieren gemeinsam. Was ist die Angst? Was ist die Vernunft? Und was ist Ihre eigentliche Sehnsucht?

Das Ziel ist nicht, dass Sie die „perfekte“ Entscheidung treffen, die alle Risiken ausschließt. Die gibt es ohnehin nicht. Das Ziel ist eine Entscheidung, hinter der Sie sich selbst als Person stellen können. Denn nichts gibt uns mehr Kraft und Ruhe als das Wissen „Ich habe das gewählt, und ich stehe dazu.“.

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