Es passiert oft mitten im ganz normalen Alltag: Sie sitzen in der Wiener U-Bahn, stehen an der Supermarktkasse oder nehmen an einer wichtigen Besprechung teil. Plötzlich pocht das Herz bis zum Hals, die Brust zieht sich zusammen und ein diffuser Schwindel lässt den Boden unter den Füßen schwanken. Diese plötzliche Atemnot, das Engegefühl in der Brust und der auftretende Schwindel sind klassische Symptome einer Panikattacke.
Innerlich steigt schlagartig Verunsicherung auf: Was geschieht hier gerade? Verliere ich die Kontrolle? In solchen Momenten keimt verständlicherweise der Wunsch auf, diese bedrohlichen Empfindungen so schnell wie möglich loszuwerden – wie ein defektes Bauteil in einer Werkstatt, das man einfach austauscht oder repariert, damit man rasch wieder im Alltag funktioniert. Doch die menschliche Psyche funktioniert nicht wie ein Motor, und Symptome lassen sich nicht einfach wie lockere Schrauben festziehen.
Verstehen wir die „Angst vor der Angst“
Wenn der Körper mit rasendem Puls und Beklemmung reagiert, gerät der Geist leicht in den sogenannten Teufelskreis der Angst. Eine völlig natürliche körperliche Erregung wird vom Gehirn fälschlicherweise als katastrophale Bedrohung interpretiert. Stresshormone werden ausgeschüttet, was die körperlichen Symptome weiter verstärkt – die Spirale dreht sich immer schneller.
So bedrohlich eine Panikattacke auch wirkt, sie ist kein Zeichen persönlichen Versagens und kein dauerhafter Schaden. Fundierte Informationen des öffentlichen Gesundheitsportals Österreichs zu Angststörungen verdeutlichen, dass Betroffene bei einer Panikstörung akut unter extrem großer Angst leiden, die von Symptomen wie Atemnot, Herzstolpern oder Schwindel begleitet wird. Die Symptome ähneln der roten Warnleuchte im Armaturenbrett eines Autos. Wer nur das Lämpchen herausschraubt, ignoriert den eigentlichen Anlass der Warnung.
Ihre Panik zeigt oft an, wo persönliche Grenzen schleichend überschritten wurden oder das eigene Leben nicht mehr stimmig ist. In meiner Praxis unterstütze ich Sie durch spezifische Psychotherapie bei Ängsten und Panik dabei, diese Signale nicht als Feinde, sondern als Wegweiser zu verstehen. Auch in neurologischen Leitfäden zu körperlichen Paniksymptomen wird beschrieben, wie sich eine Panikattacke oft hinter Schweißausbrüchen oder Erstickungsgefühlen versteckt, was das Verständnis für die Harmlosigkeit der körperlichen Reaktion umso wichtiger macht.
Durchbrechen wir den Teufelskreis der Angst
In der Existenzanalyse und Logotherapie nach Viktor E. Frankl begegnen wir Ihnen nicht wie ein Mechaniker einem kaputten Gerät, sondern als Wegbegleiter. Die tragende Säule meines Ansatzes ist die unerschütterliche Überzeugung, dass der tiefste, gesunde Kern der menschlichen Person immer intakt bleibt. Er kann von Ängsten überlagert und verschüttet werden, aber er erkrankt niemals.
Oft ist es nämlich gar nicht die einzelne Panikattacke, die den Alltag zunehmend einschränkt, sondern die schleichende „Angst vor der Angst“ – die Erwartungsangst. Wir beginnen, bestimmte Orte zu meiden, und überprüfen ständig den eigenen Körper auf Auffälligkeiten. Ein zentraler logotherapeutischer Schlüssel, um dieser Erwartungsangst die Macht zu entziehen, ist die sogenannte Paradoxe Intention.
Anstatt krampfhaft gegen das Herzklopfen anzukämpfen oder es wegzudrängen, lernen Klientinnen und Klienten, den Symptomen mit einer humorvollen Distanzierung zu begegnen. Man darf sich innerlich gelassen sagen: „Na los, Herz, zeig mir heute mal, wie schnell du klopfen kannst!“ Wenn der erbitterte Kampf gegen das Symptom aufhört, verliert die Angst ihren Nährboden.
Falls Sie sich dennoch aktuell in einer akut ausweglosen Situation fühlen und dringend Hilfe benötigen, ist beispielsweise die Telefonseelsorge rund um die Uhr kostenlos unter der Nummer 142 erreichbar. Solche und ähnliche Notrufnummern finden Sie auch gesammelt in den Fachinformationen des öffentlichen Gesundheitsportals zu Krisen und Notfällen oder auf meiner Kontaktseite.
Wir müssen nicht erdulden! Handeln wir!
Therapie bedeutet nicht, das eigene Erleben passiv zu erdulden oder stillschweigend darauf zu warten, dass Angst nie wieder im Leben auftaucht. Angst gehört zum Menschsein untrennbar dazu, doch sie muss nicht mehr das Steuer übernehmen! Wenn Sie aufhören, gegen die Welle anzuschwimmen, und stattdessen lernen, auf ihr zu surfen, entdecken Sie Ihre eigene Trotzmacht des Geistes wieder.
Sie sind den Impulsen Ihres Körpers niemals hilflos ausgeliefert, sondern tragen die innere Freiheit in sich, zu jeder noch so herausfordernden Situation neu Stellung zu beziehen. Ein psychotherapeutischer Prozess ist daher immer eine gemeinsame Entdeckungsreise. Wir legen Ihre inneren Ressourcen frei, stellen den Kontakt zu Ihren persönlichen Werten wieder her und schaffen Raum für echtes Wachstum. Wenn Sie bereit sind, aus dem Teufelskreis auszusteigen und Ihre Symptome als Anlass für einen authentischen Neubeginn zu nutzen, vereinbaren Sie gerne ein Erstgespräch in meiner Wiener Praxis.
